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<title>Attila</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Attila</span></h1>
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<p><b>Attila</b> († <a href="453" title="453">453</a>) war seit 434 Mitherrscher mit seinem Bruder <a href="Bleda" title="Bleda">Bleda</a> und von 444/45 bis zu seinem Tod Alleinherrscher des Kriegerverbands der <a href="Hunnen" title="Hunnen">Hunnen</a>. Zentrum seines Machtbereichs war das Gebiet des heutigen <a href="Ungarn" title="Ungarn">Ungarns</a>, wo die Hunnen im 5. Jahrhundert ein kurzlebiges Reich errichteten, das unter Attila die größte Machtentfaltung erlebte, aber bereits kurz nach seinem Tod wieder zusammenbrach.
</p><p>Attila unternahm wiederholt Kriegszüge, die oft mit großer Härte durchgeführt wurden und sich zunächst gegen <a href="Byzantinisches_Reich" title="Byzantinisches Reich">Ostrom</a>, 451/52 jedoch vor allem gegen <a href="Westr%C3%B6misches_Reich" title="Weströmisches Reich">Westrom</a> richteten. Daneben unterhielt er zu beiden Reichsteilen diplomatische Kontakte, die vor allem darauf abzielten, möglichst hohe Tributzahlungen der Römer durchzusetzen, die Attila benötigte, um sein nur locker aufgebautes Vielvölkerreich zusammenzuhalten. Die Römer wiederum waren an möglichst stabilen Verhältnissen im angrenzenden <a href="Barbaricum" title="Barbaricum">Barbaricum</a> interessiert, um die Grenzen zu sichern. Für die römisch-hunnischen Kontakte dieser Zeit steht mit dem fragmentarisch erhaltenen Geschichtswerk des <a href="Priskos" title="Priskos">Priskos</a> eine wichtige Quelle zur Verfügung.
</p><p>Als legendäre Figur <b>Etzel</b> lebte Attila in zahlreichen <a href="Mittelalter" title="Mittelalter">mittelalterlichen</a> Werken weiter, so im <a href="Nibelungenlied" title="Nibelungenlied">Nibelungenlied</a> und der <a href="Dietrichepik" title="Dietrichepik">Dietrichepik</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Grundlagen_hunnischer_Herrschaftsbildung">Grundlagen hunnischer Herrschaftsbildung</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Hunnen" title="Hunnen">Hunnen</a> und <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Völkerwanderung</a></i></div>
<p>Die <a href="Hunnen" title="Hunnen">Hunnen</a>, ursprünglich ein aus <a href="Zentralasien" title="Zentralasien">Zentralasien</a> stammendes, heterogen zusammengesetztes <a href="Reiterv%C3%B6lker" title="Reitervölker">Reitervolk</a> unklarer Herkunft,<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> lösten nach vorherrschender Meinung um 375 die sogenannte <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Völkerwanderung</a> aus, als sie die <a href="Goten" title="Goten">Goten</a> und andere Stämme aus ihren Stammsitzen in Osteuropa vertrieben, was eine wellenartige Fluchtbewegung zur Folge hatte.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Um 400 traten die Hunnen in das nähere Umfeld des <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römischen Reichs</a>, in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts errichteten sie in der ungarischen Tiefebene einen eigenen Herrschaftsraum.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die hunnische Herrschaft war in Form eines „<a href="Steppenreich" title="Steppenreich">Steppenreichs</a>“ überaus locker aufgebaut. Sie beruhte im Wesentlichen auf den militärischen Fähigkeiten der Hunnen, die nicht nur germanische Stammesgruppen und <a href="Romanen" title="Romanen">Romanen</a> unterworfen hatten, sondern auch im Kontakt mit dem Römischen Reich in West und Ost standen. In den Quellen werden hunnische <i><a href="Rex_(Titel)" title="Rex (Titel)">reges</a></i> (was hier nur eingeschränkt als „Könige“ zu verstehen ist) und <i>phylarchoi</i> (Stammesführer) erwähnt. Immer wieder kam es zu (allerdings begrenzten) kriegerischen Übergriffen der Hunnen auf römisches Territorium, die oft darauf abzielten, von den Römern Gelder zu erpressen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den Quellen sind mehrmals römische Gesandtschaften zu den Hunnen belegt, wie die des <a href="Olympiodoros_von_Theben" title="Olympiodoros von Theben">Olympiodoros von Theben</a> im Jahr 412 zu den Hunnen im Donaugebiet und die Reise des <a href="Priskos" title="Priskos">Priskos</a> an den Hof Attilas im Jahr 449. In diesem Zusammenhang kam es offenbar nicht selten zu Spannungen; so berichtet Olympiodoros nicht nur von der Reise, sondern auch vom Mord an dem Hunnenführer <a href="Donatus_(Hunne)" title="Donatus (Hunne)">Donatus</a> und der Wut des Hunnenkönigs <a href="Charaton" title="Charaton">Charaton</a> über diese Tat.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die „klassizistisch“ orientierten griechischsprachigen oströmischen Geschichtsschreiber bezeichneten im Rückgriff auf traditionelle <a href="Ethnographie" title="Ethnographie">ethnographische Vorstellungen</a> die Hunnen als „<a href="Skythen" title="Skythen">Skythen</a>“ <i>(Skythai)</i>. In der Folgezeit wurde der Begriff <i>Hunne</i> von <a href="Byzantinische_Geschichtsschreibung" title="Byzantinische Geschichtsschreibung">griechischen (byzantinischen) Geschichtsschreibern</a> wiederum für später auftauchende Gruppen aus dem pontischen Steppengebiet nördlich des Schwarzen Meeres benutzt,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wie beispielsweise die <a href="Kutriguren" title="Kutriguren">Kutriguren</a>. Ebenso ist zwischen den westlichen Hunnen (im Balkanraum) und den sogenannten <a href="Iranische_Hunnen" title="Iranische Hunnen">iranischen Hunnen</a> in Zentralasien zu unterscheiden (siehe dazu auch die Ausführungen im Artikel <a href="Sp%C3%A4tantike#Zentralasien_und_der_fernere_Osten:_Reitervölker_und_die_chinesische_Großmacht" title="Spätantike">Spätantike</a>). Zur Zeit Attilas bestand der hunnische Verband dann aus Menschen unterschiedlichster Herkunft; der Augenzeuge Priskos beschreibt sie als ein „Gemisch aus vielen Völkern“ und schildert eine Begegnung mit einem hochrangigen Hunnen griechischer Herkunft.
</p><p>Die Hunnen waren nicht nur Gegner, sondern agierten auch als Partner Roms. Die Kaiserhöfe in <a href="Mediolanum_(Gallia_cisalpina)" title="Mediolanum (Gallia cisalpina)">Mediolanum</a> (heute <a href="Mailand" title="Mailand">Mailand</a>) bzw. später <a href="Ravenna" title="Ravenna">Ravenna</a> (im Westen) und in <a href="Konstantinopel" title="Konstantinopel">Konstantinopel</a> (im Ostreich) waren bestrebt, möglichst gute Beziehungen zu den Hunnen zu unterhalten, um so hunnische Vorstöße in das Reich zu verhindern. Attilas Vorgänger <a href="Rua_(Hunne)" title="Rua (Hunne)">Rua</a> agierte mehrmals als Gegner und Partner Roms und erhielt dafür offenbar auch Zahlungen. Auf diese waren die Hunnen angewiesen, um durch materielle Zuwendungen an die eigenen Gefolgsleute den Herrschaftsverband zusammenzuhalten, während die Römer an möglichst stabilen Verhältnissen im außerrömischen <a href="Barbaricum" title="Barbaricum">Barbaricum</a> interessiert waren, um so die Gefahr von feindlichen Angriffen der Hunnen oder ihnen untergebenen Stämmen aus diesem Raum zu reduzieren.
</p><p>Attilas Hunnen konnten ihr Ziel, am Wohlstand des Imperiums zu partizipieren, im Grunde als angeworbene Söldner, als plündernde Kriegergruppen oder durch indirekten Druck und Erpressung von Tributen erreichen. Die materielle Abhängigkeit der Hunnen ist durchaus typisch für das Beziehungsgeflecht zwischen Reitervölkern und den an sie grenzenden sesshaften und staatlich organisierten Gemeinwesen:<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Infolge einer oft prekären Existenzgrundlage waren Reitervölker auf die Ressourcen sesshafter Gesellschaften angewiesen, wodurch sich eine Spannungssituation ergab, die die Forschung als „<a href="Endemie" title="Endemie">endemischen</a> Konflikt“ bezeichnet.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Selbst auf dem Höhepunkt ihrer Macht verfügten die Hunnen anscheinend über keine ausreichende materielle Versorgungsgrundlage bzw. waren aufgrund der losen Struktur ihrer Herrschaft auf Beuteverteilung angewiesen.
</p><p>Anscheinend konnte Rua ein relativ verlässlicher Partner sein; so unterstützte er 433 <a href="Flavius_A%C3%ABtius" title="Flavius Aëtius">Flavius Aëtius</a>, der einen Teil seiner Jugend als Geisel bei den Hunnen verbracht hatte.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit Hilfe von Ruas Hunnen setzte sich Aëtius im Westreich im dortigen internen Machtkampf durch, 436 vernichtete er mit Unterstützung hunnischer Krieger das <a href="Burgunden" title="Burgunden">Burgundenreich</a> am Rhein. Der letztere Vorgang bildet wahrscheinlich den historischen Kern der <a href="Nibelungensage" title="Nibelungensage">Nibelungensage</a>; bei den damals am Rhein kämpfenden Hunnen handelte es sich jedoch wohl um eigens von den Römern angeworbene Söldner (<a href="Foederaten" title="Foederaten">Foederaten</a>).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Geteilte_Herrschaft">Geteilte Herrschaft</h3></div>
<p>Über Attilas frühe Jahre ist kaum etwas bekannt. Er wurde wohl um 400 geboren; sein Vater hieß <a href="Mundzuk" title="Mundzuk">Mundzuk</a>, der Name seiner Mutter ist unbekannt. Mundzuk war zusammen mit seinen Brüdern <a href="Oktar" title="Oktar">Oktar</a> und <a href="Rua_(Hunne)" title="Rua (Hunne)">Rua</a> (auch Ruga genannt), die einige Zeit ein hunnisches Doppelkönigtum ausübten,<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wohl ein Führer der Hunnen im Balkanraum, doch ist seine genaue Herrschaftsposition unbekannt. In der Forschung wird auch manchmal vermutet, dass Mundzuk keinen Anteil am hunnischen Königtum hatte.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Rua starb 434 unter ungeklärten Umständen. Attila vollendete zusammen mit seinem Bruder <a href="Bleda" title="Bleda">Bleda</a> die von ihrem Onkel begonnene weitgehende Einigung der Hunnen im Balkanraum, wenngleich Attila nie über alle Hunnen herrschte. Zu dem großen Kriegerverband, der ihm und Bleda unterstand, zählten neben Sondergruppen wie den <a href="Akatziren" title="Akatziren">Akatziren</a>, die um 448/49 unterworfen wurden, höchst verschiedene germanische und sogar kleinere iranische Gruppen (<a href="Alanen" title="Alanen">Alanen</a>).
</p><p>Nach Ruas Tod schlossen die Brüder wohl noch im Jahr 434 (die Datierung ist umstritten) den Vertrag von Margus mit dem <a href="Byzantinisches_Reich" title="Byzantinisches Reich">Oströmischen Reich</a>. Der Vertrag begünstigte eindeutig die Hunnen. Die Römer wurden zur Auslieferung von geflohenen Hunnen verpflichtet und mussten den Hunnen Zugang zu Märkten gestatten. Hinzu kamen eine einseitige Neutralitätsverpflichtung der Römer, die keinen gegen die Hunnen gerichteten Vertrag mit einer anderen Partei schließen durften, sowie <a href="Tribut" title="Tribut">Tribute</a> des oströmischen Kaisers <a href="Theodosius_II." title="Theodosius II.">Theodosius II.</a> Statt der 350 Goldpfund, die Rua erhalten hatte, sollten die Römer nun jährlich 700 Goldpfund entrichten.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Spannungen zwischen Ostrom und den Hunnen blieben bestehen, während der Prestigegewinn Attilas und Bledas beachtlich war. Immer wieder nutzten die Römer Gelegenheiten, sich vom hunnischen Druck zu entlasten; die Zahlungen sollten immer nur Zeit erkaufen. Andererseits war Attila an einer großangelegten direkten Konfrontation nicht interessiert, zumal die Erfolgsbilanz hunnischer Truppen im 5. Jahrhundert nicht außergewöhnlich war.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ostrom verschleppte weitere Verhandlungen, daher führten Attila und Bleda 441/42<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eine größere Offensive gegen das Ostreich; den Anlass bot die Plünderung hunnischer Königsgräber durch den Bischof der Stadt Margus.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mehrere Festungen und Städte wurden erobert und geplündert, darunter strategisch wichtige Orte wie <a href="Viminatium" title="Viminatium">Viminacium</a>, <a href="Singidunum" title="Singidunum">Singidunum</a> und <a href="Sirmium" title="Sirmium">Sirmium</a>, die 441/42 fielen.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Berater des Theodosius reagierten und es kam zu einer vorläufigen Einigung, doch schon kurz darauf stellten die Römer, die ihre Grenzbefestigungen wiederhergestellt hatten, die Zahlungen wieder ein.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Dennoch verzichtete Attila, der mit einer internen Auseinandersetzung beschäftigt war, auf eine neue Offensive. Er tötete 444/45 seinen Bruder Bleda<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und trat die Alleinherrschaft über die Hunnen an.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hof_und_Reich">Hof und Reich</h3></div>
<p>Attila errichtete sein Hauptlager in der heutigen ungarischen Tiefebene an der <a href="Thei%C3%9F" title="Theiß">Theiß</a>, am Drehpunkt zwischen dem Oströmischen und dem <a href="Westr%C3%B6misches_Reich" title="Weströmisches Reich">Weströmischen Reich</a>. Er festigte seine Herrschaft über die unterworfenen Stammesgruppen und konnte so gegenüber West- und Ostrom gestärkt auftreten. Er residierte in einem prächtigen Holzpalast, den der oströmische Gesandte und Geschichtsschreiber <a href="Priskos" title="Priskos">Priskos</a> nach Augenschein beschrieb:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Wir überquerten mehrere Flüsse und gelangten in ein sehr ausgedehntes Dorf. Dort stand ein stattliches Haus, das größer und schöner sein sollte als alle anderen Wohnsitze Attilas. Es war aus Balken gefügt, hatte getäfelte Wände und war rings von einem Palisadenzaun umgeben, nicht zum Schutz, sondern zur Zierde.“<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Hinsichtlich der inneren Verhältnisse im Reich und am Hof Attilas stehen nur sehr wenige Quellen zur Verfügung, in erster Linie die Darstellung des Priskos.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seinen Schilderungen ist zu entnehmen, dass mehrere Würdenträger Attilas im Umfeld des Hofes durchaus komfortabel lebten. Der vornehme Hunne <a href="Onegesios" title="Onegesios">Onegesios</a>, der eine hohe Stellung am Hof bekleidete und ein enger Vertrauter Attilas war, hatte sich ein steinernes Badehaus erbauen lassen, welches auch die Familie Attilas benutzte. Wie aus dem Bericht des Priskos hervorgeht, wurde am Hof neben Hunnisch auch Gotisch und Latein gesprochen. Attila lehnte sich offenbar stark an die <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">spätantike</a> Mittelmeerwelt an, wobei er – wie auch die Germanen in ihren Reichen – die römische Herrschaftspraxis als Vorbild für die Regierung seines weite Räume umfassenden Vielvölkerreiches nahm. Der Hunnenkönig scheint sogar über einen rudimentären Verwaltungsapparat nach römischem Vorbild verfügt zu haben; zumindest hatte er eine Kanzlei, denn er beschäftigte unter anderem den Römer <a href="Orestes_(Heermeister)" title="Orestes (Heermeister)">Orestes</a> als Sekretär <i>(notarius)</i>, als dessen Vorgänger ein Römer aus Gallien namens Constantius fungiert hatte.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Allerdings war Attilas Reich locker aufgebaut und verwaltungstechnisch keineswegs durchstrukturiert wie das römische West- und Ostreich. Es war als Personenverband organisiert. Am Hof übten ausgewählte Vertrauensleute (Hunnen, Germanen und auch einige Römer) wichtige Funktionen aus und stritten um Einfluss. Eine solche Herrschaftsordnung war keineswegs besonders stabil. Die <a href="Gro%C3%9Fe" title="Große">Großen</a> oder Stammesführer mussten durch reiche Geschenke und andere Gunstbeweise an den Herrscher gebunden werden. Davon profitierten in erster Linie die Großen; mittelbar partizipierten daran aber auch die jeweiligen Stämme, deren Loyalität sich Attila so sicherte. Für sie stellte die hunnische Herrschaft durchaus eine Alternative zur römischen dar. Grabfunde deuten auf die „Multikulturalität“ des Attilareichs hin. Die meisten Grabfunde sind eher Germanen zuzuordnen und belegen die materiellen Vorteile für fremdstämmige Angehörige des Hunnenreichs.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Priskos berichtet zudem von einzelnen Römern, die sich gut mit der hunnischen Herrschaft arrangiert hatten.
</p><p>Attilas Herrschaft beruhte nicht in erster Linie auf seiner ererbten Stellung, sondern (durchaus typisch für die „Königswürde“ in der <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Völkerwanderungszeit</a>, siehe <a href="Heerk%C3%B6nig" title="Heerkönig">Heerkönig</a>) auf seinen militärischen und diplomatischen Fähigkeiten, die nicht nur ihm, sondern auch seinem Gefolge entsprechende Gewinne einbrachten. Der Hunnenherrscher war daher auf einen ständigen Zufluss ausreichender finanzieller Mittel angewiesen, den er sich durch Plünderungen und vor allem in Form römischer Tributzahlungen verschaffte. Wenn dieser Geldfluss abbrach, wurde die Lage für ihn kritisch. Daher stand er stets unter starkem Druck, materiell verwertbare Erfolge zu erzielen, mit denen er Prestige gewann. Er war zur Stabilisierung seiner Herrschaft vom Imperium und dessen Mitteln abhängig und auf den stetigen Zustrom von Gold und Prestigegütern aus dem römischen Imperium angewiesen.<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieses Spannungsfeld war durchaus typisch für die Rolle von <a href="Reiterv%C3%B6lker" title="Reitervölker">reiternomadischen Gruppen</a> gegenüber sesshaften Gesellschaften; ein ähnliches Beispiel ist die Politik der Chinesen gegenüber den „Barbaren“ im Norden ihres Reiches<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (siehe auch <i><a href="Heqin" title="Heqin">heqin</a></i>).
</p><p>Im persönlichen Umgang scheint Attila keineswegs unangenehm gewesen zu sein. Gegenüber römischen Gesandten verhielt er sich freundlich, was ihn freilich nicht davon abhielt, vehement die eigenen Interessen zu vertreten und sie nötigenfalls auch mit Gewalt durchzusetzen. Priskos berichtet von mehreren Vertrauten im Umfeld Attilas.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der <i>notarius</i> Orestes spielte am Hunnenhof eine wichtige Rolle und war mehrmals mit diplomatischen Missionen beauftragt. Später (475) rief er seinen Sohn <a href="Romulus_Augustulus" title="Romulus Augustulus">Romulus Augustulus</a> zum letzten weströmischen Kaiser aus. Der wichtigste Vertraute Attilas war anscheinend Onegesios, der auch diplomatische Aufgaben erfüllte. Priskos nannte in Anlehnung an <a href="Herodot" title="Herodot">Herodot</a> den führenden Stamm der Hunnen die „königlichen Skythen“.<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Daneben waren verschiedene Gruppen wie die <a href="Gepiden" title="Gepiden">Gepiden</a> und Ostgoten im Attilareich von Bedeutung. Die Hunnen verließen sich bei ihren Feldzügen auf die Truppenaufgebote untergebener Germanen.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein weiterer Vertrauter Attilas war der Gepidenfürst <a href="Ardarich" title="Ardarich">Ardarich</a>, der später vom Zusammenbruch des Attilareichs profitierte, gegen die Hunnen revoltierte und ein eigenes kurzlebiges Reich im Donauraum errichtete. Ähnlich agierte später <a href="Edekon" title="Edekon">Edekon</a>, der nach dem Niedergang der hunnischen Macht ebenfalls eine eigene Herrschaftsbildung anstrebte. Mit Attilas Tod (453) erlosch das dünne einigende Band der von den Hunnen beherrschten Stämme. Edekon gehörte wie Ardarich und Onegesios zu den – wie Priskos sie nennt – <i>logades</i> Attilas, den „Auserwählten“. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei aber nicht um Amtsträger, sondern um besonders hervorgehobene Vertrauenspersonen des Hunnenkönigs.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verhältnis_zu_Westrom"><span id="Verh.C3.A4ltnis_zu_Westrom"></span>Verhältnis zu Westrom</h3></div>
<p>Zu Westrom unterhielt Attila zunächst gute Kontakte. Grund dafür war vor allem die Politik des weströmischen Heermeisters <i>(<a href="Magister_militum" title="Magister militum">magister militum</a>)</i> <a href="Flavius_A%C3%ABtius" title="Flavius Aëtius">Flavius Aëtius</a>, der die Hunnen seit Jahren gut kannte und bereits mit Rua kooperiert hatte, als dieser ihm hunnische Truppen für den Machtkampf im Westreich zur Verfügung gestellt hatte.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wenngleich Aëtius formal nur im Auftrag des weströmischen Kaisers <a href="Valentinian_III." title="Valentinian III.">Valentinian III.</a> handelte, verfügte er über die wahre Macht im Westreich. Aus römischer Sicht konnten die Tributzahlungen an die Hunnen, auf die Attila wie schon Rua angewiesen war, durchaus als sinnvoll erscheinen. Die Römer profitierten davon, mit Attila über einen Ansprechpartner zu verfügen, der die Kriegergruppen jenseits der Donau kontrollieren konnte: Solange die Beziehungen zu ihm relativ gut blieben, war die Gefahr von feindlichen Raubzügen auf römisches Gebiet reduziert. Dieses Arrangement setzte voraus, dass die Römer ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllten.
</p><p>Vielleicht überließen die Römer den Hunnen Teile <a href="Pannonien" title="Pannonien">Pannoniens</a>. Dies wird aus einer Passage bei Priskos abgeleitet<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und oft in das Jahr 433 datiert. Allerdings sind die Einzelheiten unklar und teilweise wird die Abtretung in der Forschung bestritten.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den folgenden Jahren unterhielt Aëtius jedenfalls recht gute Beziehungen zu den Hunnen. Trotz wiederholter Raubzüge sah Attila in einer langfristigen, geregelten Beziehung zu Rom wohl einen wichtigen Faktor zur Stabilisierung und Versorgung seines nur lose aufgebauten Herrschaftsraums. 439 wurde ein aus hunnischen Söldnern bestehender Verband unter dem Kommando des Römers <a href="Litorius_(Heermeister)" title="Litorius (Heermeister)">Litorius</a> (formal ein Untergebener des Aëtius, der aber mit ihm konkurriert zu haben scheint) vor <a href="Toulouse" title="Toulouse">Toulouse</a> von den (West-)Goten vernichtend geschlagen.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 444/45 scheinen Spannungen zwischen Attila und dem Hof von Ravenna bestanden zu haben, die aber letztlich nicht in eine offene Konfrontation mündeten.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ernsthafte von den Hunnen ausgehende Kampfhandlungen betrafen zu dieser Zeit nur oströmisches Gebiet. Von diesem Zustand profitierte Aëtius bis 451 erheblich. Allerdings blieben die Beziehungen nie ganz spannungsfrei.
</p><p>449 erschien am Hof Attilas eine hochrangige weströmische Gesandtschaft, zu der Tatulus und Romulus gehörten, der Vater und der Schwiegervater von Attilas Sekretär Orestes. Sie trafen dort auf die oströmische Gesandtschaft, der Priskos angehörte. Der genaue Auftrag der weströmischen Gesandtschaft ist unklar.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Am weströmischen Kaiserhof scheint man jedenfalls besorgt gewesen zu sein, ob man den Hunnenkönig in Zukunft noch besänftigen könnte. Zu dieser Besorgnis wird die Aufnahme des letzten gallischen <a href="Bagauden" title="Bagauden">Bagaudenführers</a>, des Arztes Eudoxius, am hunnischen Hof im Jahr 448<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> beigetragen haben, sowie der Umstand, dass Attila in Kontakt mit dem <a href="Vandalen" title="Vandalen">Vandalenherrscher</a> <a href="Geiserich" title="Geiserich">Geiserich</a> stand, der nun in der ehemaligen römischen Provinz <i><a href="Africa" title="Africa">Africa</a></i> herrschte.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Möglicherweise war Attila 444/45 vom weströmischen Kaiser zum Heermeister ehrenhalber erhoben, doch sind die Details in der neueren Forschung umstritten. So oder so mochte eine Konfrontation nur eine Frage der Zeit sein, zumal die Verleihung des Heermeisteramts an den Hunnen rechtliche Probleme aufwarf.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Verhältnis_zu_Ostrom"><span id="Verh.C3.A4ltnis_zu_Ostrom"></span>Verhältnis zu Ostrom</h3></div>
<p>Die Römer in Ost und West scheinen die Etablierung des hunnischen Machtbereichs zunächst weitgehend hingenommen zu haben, da sie zur Hoffnung Anlass gab, dass im äußerst unruhigen Vorland des Imperiums Ruhe einkehren würde. Das Verhältnis Attilas, dessen Herrschaftsgebiet direkt an das Ostreich grenzte, zu den Oströmern blieb aber fortwährend gespannt.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach der Offensive von 441 unternahm Attila noch mehrere weitere Feldzüge gegen Ostrom, da Theodosius II. die Zahlung der Jahrgelder an die Hunnen (wohl 444)<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> eingestellt hatte.
</p><p>447 schlug Attila den oströmischen Heermeister <a href="Arnegisclus" title="Arnegisclus">Arnegisclus</a>, der im Gefecht fiel, und drang bis zu den <a href="Thermopylen" title="Thermopylen">Thermopylen</a> vor. Die hunnischen Feldzüge hatten verheerende Auswirkungen auf die römischen Grenzgebiete im Balkanraum. In den erzählenden Quellen wird von mehreren Tausend Gefangenen berichtet, archäologisch sind größere Zerstörungen für diesen Zeitraum nachweisbar.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Priskos berichtet, dass <a href="Ni%C5%A1" title="Niš">Naissus</a> 449 eine verlassene Stadt war.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Herbst 447 war der Krieg durch den sogenannten Anatoliusfrieden beendet, der nach dem römischen Unterhändler Flavius Anatolius benannt wird. Es war der größte Sieg der Hunnen über das Imperium. Theodosius II. musste sich in einem neuen Vertrag <i>(<a href="Foedus" title="Foedus">foedus</a>)</i> zu erheblichen jährlichen Zahlungen an Attila verpflichten: einmalig 6.000 Goldpfund sowie anschließend jährlich 2.100 Goldpfund.<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dieser Vertrag demonstriert erneut die wirtschaftliche Bedeutung römischer Tribute an die Hunnen. Generell scheinen wirtschaftliche Fragen eine große Rolle bei diversen oströmisch-hunnischen Gesandtschaften gespielt zu haben.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Tributzahlungen erwiesen sich für die Römer als eine gewisse Belastung.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie mochten zwar als günstigere Alternative zu militärischen Risiken erscheinen, waren aber mit Prestigeeinbuße verbunden. Attila hatte vorerst sein Ziel erreicht und befand sich auf dem Höhepunkt seiner Macht.
</p><p>449 verschlechterten sich die Beziehungen, als Attila erfuhr, dass Ostrom seine Ermordung in Auftrag gegeben hatte; die Planungen waren früh gescheitert. Priskos, der an einer oströmischen Gesandtschaft zu Attila teilnahm, berichtet darüber.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Wohl im Sommer 449 reiste der oströmische Hauptunterhändler Maximinus, den Priskos nicht nur auf dieser Mission begleitete, in Begleitung von Attilas Vertrauensleuten Edekon und Orestes aus Konstantinopel ab.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Attentat war vom kaiserlichen Eunuchen <a href="Chrysaphios" title="Chrysaphios">Chrysaphios</a>,<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> einem engen Vertrauten des Theodosius, anscheinend dilettantisch geplant und vorbereitet worden. Man hatte versucht, Personen aus dem Umfeld Attilas dafür zu gewinnen, was kläglich scheiterte.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Maximinus, der nicht direkt daran beteiligt war, konnte keinen tragfähigen Ausgleich erreichen. 450 stellte Theodosius’ Nachfolger <a href="Markian" title="Markian">Markian</a> dann die jährlichen Zahlungen an die Hunnen erneut ein. Diesmal kam es aber zu keiner hunnischen Offensive gegen das Ostreich. Attila musste sich nach einer neuen Geldquelle umsehen, da der verwüstete Balkan nun kaum mehr Beute hergegeben hätte und Markian im Gegensatz zu seinem Vorgänger militärisch kompetent war. Die reichen römischen Orientprovinzen lagen jenseits der Reichweite von Attilas Heeresmacht.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Feldzug_nach_Gallien">Feldzug nach Gallien</h3></div>
<p>Im Weströmischen Reich war derweil die Schwester Kaiser Valentinians III., <a href="Justa_Grata_Honoria" title="Justa Grata Honoria">Justa Grata Honoria</a>, aufgrund von Machtkämpfen am Hof sowie (vorgeblich) des Bruches eines Keuschheitsgelübdes bestraft und gegen ihren Willen verheiratet worden. Nun bat Honoria Attila über einen Mittelsmann um Hilfe gegen Aëtius und ließ ihm überdies laut <a href="Jordanes" title="Jordanes">Jordanes</a>, der ein Jahrhundert nach den Ereignissen lebte, auch ein Heiratsangebot zukommen.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Historizität der Geschichte ist umstritten<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und sicherlich haben noch andere politische Erwägungen eine Rolle gespielt. Attilas Zeitgenosse Priskos ist die Hauptquelle; er berichtet ebenfalls von einem Hilferuf Honorias an Attila, nicht aber von einem Heiratsangebot. Honoria habe sich demnach über einen Mittelsmann, den Eunuchen Hyacinthus, an Attila gewandt und ihm Geld angeboten, wenn er sie gegen Aëtius unterstützen sollte.<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nicht auszuschließen ist eine Kontaktaufnahme bereits 449 durch die oben erwähnte weströmische Gesandtschaft.<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Was auch immer die genauen Hintergründe der „Honoriaaffäre“ waren: Fest steht, dass Attila nun Westrom mit Krieg drohte.<sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<p>Aëtius dachte jedoch nicht daran, dem Hunnen nachzugeben und damit seine eigene politische Position im Westreich aufs Spiel zu setzen. Daraufhin fiel Attila im Frühjahr 451 in <a href="Gallien" title="Gallien">Gallien</a> ein. Als weiterer Vorwand diente ihm ein Streit um die Herrschaftsnachfolge bei einem <a href="Franken_(Volk)" title="Franken (Volk)">fränkischen</a> Stamm.<sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die genaue Route von seinem Hauptlager in den Westen ist unbekannt, doch sind die überfallenen gallischen Städte recht gut belegt.<sup id="cite_ref-56" class="reference"><a href="#cite_note-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Augusta_Treverorum" title="Augusta Treverorum">Augusta Treverorum</a> wurde von den Hunnen bedrängt, am 7. April fiel <a href="Metz" title="Metz">Metz</a>,<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bald darauf <a href="Reims" title="Reims">Reims</a>. Der Zug ging weiter über <a href="Troyes" title="Troyes">Troyes</a> in Richtung <a href="Orl%C3%A9ans" title="Orléans">Orléans</a>, das Attila vergeblich belagerte.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In diesem Raum stellte sich Aëtius den Hunnen entgegen. Obwohl er nur über einen Bruchteil des alten weströmischen Heeres verfügte (nicht zuletzt wegen des Fehlens von Einnahmen aus Africa und <a href="Hispanien" title="Hispanien">Hispanien</a>, wo germanische Stammesgruppen die Herrschaft übernommen hatten), gelang es ihm, einen effektiven Widerstand zu organisieren, wobei er sich vor allem auf die in <a href="Aquitanien" title="Aquitanien">Aquitanien</a> angesiedelten <a href="Westgoten" class="mw-redirect" title="Westgoten">Westgoten</a> verließ.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sie traten kurz vor der Entscheidungsschlacht auf die Seite des Aëtius, wenngleich ihr Verhältnis zum Heermeister in der Vergangenheit angespannt gewesen war. In der <a href="Schlacht_auf_den_Katalaunischen_Feldern" title="Schlacht auf den Katalaunischen Feldern">Schlacht auf den Katalaunischen Feldern</a>, deren Ort meist bei <a href="Ch%C3%A2lons-en-Champagne" title="Châlons-en-Champagne">Châlons-en-Champagne</a> vermutet wird,<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> schlug Aëtius in der zweiten Junihälfte 451<sup id="cite_ref-61" class="reference"><a href="#cite_note-61"><span class="cite-bracket">[</span>61<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Attilas Vielvölkerheer mit einem ebenso gemischten Kampfbündnis aus Römern, Westgoten und anderen Germanen unter hohen Verlusten zurück. Die diesbezüglichen Angaben schwanken, zuverlässige Zahlen sind kaum zu ermitteln.
</p><p>Angeblich zögerte Aëtius, den sich zurückziehenden Hunnen nachzusetzen oder den Westgoten dies zu gestatten; womöglich wollte er Hunnen wie Westgoten geschwächt wissen, um so beide Seiten weiter gegeneinander auszuspielen.<sup id="cite_ref-62" class="reference"><a href="#cite_note-62"><span class="cite-bracket">[</span>62<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Faktisch war Attilas Rückzug eine strategische Niederlage. In der Forschung wird betont, dass es den Hunnen nie gelang, ein größeres römisches Heer in offener Schlacht vernichtend zu schlagen.<sup id="cite_ref-63" class="reference"><a href="#cite_note-63"><span class="cite-bracket">[</span>63<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die geplante Eroberung Galliens war gescheitert. Damit war ein beträchtlicher Prestigeverlust des Hunnenherrschers verbunden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Italienfeldzug">Italienfeldzug</h3></div>
<p>Ungeachtet der Niederlage in Gallien war Attilas Angriffskraft offensichtlich ungebrochen. Er fiel bereits 452 in Italien und damit in das Zentrum des westlichen Imperiums ein.<sup id="cite_ref-64" class="reference"><a href="#cite_note-64"><span class="cite-bracket">[</span>64<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die weströmischen Truppen hatten im Vorjahr offensichtlich so hohe Verluste erlitten, dass weder die Alpenpässe verteidigt noch die Hunnen erneut zur Schlacht gestellt werden konnten. <a href="Aquileia" title="Aquileia">Aquileia</a> wurde nach langer Belagerung zerstört; die Flüchtlinge in der Lagune legten der Legende nach die Keimzelle für das spätere Venedig. Daneben wurden Mailand (immerhin eine kaiserliche Residenzstadt), <a href="Bergamo" title="Bergamo">Bergamo</a>, <a href="Padua" title="Padua">Padua</a>, <a href="Verona" title="Verona">Verona</a> und andere Städte erobert. Bald stockte der Vormarsch jedoch.
</p><p>In den Quellen wird eine Begegnung Attilas mit dem damaligen Papst <a href="Leo_der_Gro%C3%9Fe" title="Leo der Große">Leo I.</a> als wesentlich für die Entscheidung des Hunnen zum Rückzug dargestellt, doch wird in der Forschung bezweifelt, dass das Gespräch größere Auswirkungen gehabt hat; die angebliche Rettung Roms durch das Eingreifen Leos gilt zumeist als Mythos. Unglaubwürdig ist diese Legende unter anderem deshalb, weil die Quellen das Treffen Attilas mit der weströmischen Delegation, der hochrangige kaiserliche Beamte angehörten (wie der Prätorianerpräfekt Trygetius und Gennadius Avienus, der Konsul von 450), in Norditalien am Fluss <a href="Mincio" title="Mincio">Mincio</a>, also weit von Rom entfernt lokalisieren; es fand also statt, als die Hunnen den Marsch in Richtung Rom bereits abgebrochen hatten.<sup id="cite_ref-65" class="reference"><a href="#cite_note-65"><span class="cite-bracket">[</span>65<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es ist aber vorstellbar, dass Attila, der unter Erfolgsdruck stand, Zahlungen von den kaiserlichen Gesandten erhielt und sich daraufhin entschloss, weitere Risiken zu vermeiden und endgültig abzurücken.<sup id="cite_ref-66" class="reference"><a href="#cite_note-66"><span class="cite-bracket">[</span>66<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Hunnen hatten in Italien nämlich mit Versorgungsproblemen und Seuchenausbrüchen zu kämpfen, was ihrem Heer stark zu schaffen machte, so dass an eine Eroberung Roms oder Ravennas nicht mehr ernsthaft zu denken war. Attilas Ressourcen waren erschöpft.<sup id="cite_ref-67" class="reference"><a href="#cite_note-67"><span class="cite-bracket">[</span>67<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Hydatius_von_Aquae_Flaviae" title="Hydatius von Aquae Flaviae">Hydatius von Aquae Flaviae</a> berichtet überdies, dass Kaiser Markian Truppen nach Italien sandte, mit denen Aëtius den Hunnen nun doch Widerstand leisten konnte.<sup id="cite_ref-68" class="reference"><a href="#cite_note-68"><span class="cite-bracket">[</span>68<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So musste Attila erneut abrücken, ohne Erfolge und größere Beute vorweisen zu können, die den Aufwand gerechtfertigt hätten. Aëtius hatte sich behaupten können.
</p><p>Attila zog sich in seinen Herrschaftsraum in der ungarischen Tiefebene zurück. Seine Machtentfaltung hatte ihren Höhepunkt überschritten. Ostrom verweigerte nach wie vor die Jahrgelder und hatte sich unter Markian stabilisiert, der Balkan war längst ausgeplündert, die Vorstöße nach Gallien und Italien waren gescheitert. Für einen Herrscher wie Attila, dessen Macht fast ausschließlich auf militärischem Erfolg und materiellen Gewinnen beruhte, war dies fatal.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tod_und_Folgen">Tod und Folgen</h3></div>
<p>Über die letzten Monate Attilas ist kaum etwas bekannt. Priskos berichtet, er habe nach seiner Rückkehr aus Italien geplant, gegen das Ostreich vorzugehen.<sup id="cite_ref-69" class="reference"><a href="#cite_note-69"><span class="cite-bracket">[</span>69<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anlass dazu hatte Attila, da 452 etwa zeitgleich mit seinem Italienfeldzug oströmische Truppen hunnisches Siedlungsgebiet angegriffen und dort einen bedeutenden Sieg errungen hatten.<sup id="cite_ref-70" class="reference"><a href="#cite_note-70"><span class="cite-bracket">[</span>70<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Attila starb 453 in seiner Hochzeitsnacht mit <a href="Ildico" title="Ildico">Ildico</a>.<sup id="cite_ref-71" class="reference"><a href="#cite_note-71"><span class="cite-bracket">[</span>71<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Ursache seines Ablebens ist nicht mehr eindeutig feststellbar. Jordanes berichtet:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Dieser [Attila] heiratete, wie der Geschichtsschreiber Priskos berichtet, zur Zeit seines Todes ein sehr schönes Mädchen namens Ildico, nachdem er bereits unzählige Frauen gehabt hatte, wie es die Sitte seines Volkes war. Er verband sich mit ihr, und in zu großer Freude über die Hochzeit erregt, lag er zurückgelehnt, von Wein und Schlaf beschwert, wobei ihn das Blut erstickte, das aus seiner Nase quoll, da es in seinem gewöhnlichen Fluss gehindert wurde und ihn durch einen tödlichen Abfluss aus dem Schlund tötete.“<sup id="cite_ref-72" class="reference"><a href="#cite_note-72"><span class="cite-bracket">[</span>72<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Diese Schilderung passt zu dem Bild eines Barbarenherrschers, der angeblich ausschweifend lebte und dessen Tod (gerade nicht im Kampf) den Römern wie eine Strafe Gottes erscheinen mochte; sie widerspricht aber dem Augenzeugenbericht des Priskos, der die maßvolle Lebensweise Attilas betont. In anderen Quellen wird behauptet, Attilas junge Braut habe den Hunnenherrscher getötet.<sup id="cite_ref-73" class="reference"><a href="#cite_note-73"><span class="cite-bracket">[</span>73<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Johannes_Malalas" title="Johannes Malalas">Johannes Malalas</a> berichtet auf der Grundlage des Priskosberichts (die Informationen stammten aber wohl aus einer Zwischenquelle) vom Tod Attilas, erweitert dies aber um eine alternative Erzählung; demzufolge steckte Aëtius selbst hinter der Ermordung seines hunnischen Rivalen, die er durch einen bestochenen Leibwächter habe ausführen lassen.<sup id="cite_ref-74" class="reference"><a href="#cite_note-74"><span class="cite-bracket">[</span>74<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die spätere mittelalterliche Überlieferung schmückte die Todeserzählung weiter aus.<sup id="cite_ref-75" class="reference"><a href="#cite_note-75"><span class="cite-bracket">[</span>75<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Attilas Reich überdauerte sein Ende nur kurze Zeit. Es kam rasch zu Nachfolgekämpfen, und mehrere der unterworfenen Völker sagten sich von der hunnischen Herrschaft los. Ohne die Führung Attilas brach sein Reich innerhalb eines Jahres in sich zusammen.<sup id="cite_ref-76" class="reference"><a href="#cite_note-76"><span class="cite-bracket">[</span>76<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seinen Söhnen <a href="Ellac" title="Ellac">Ellac</a>, <a href="Ernak" title="Ernak">Ernak</a> und <a href="Dengizich" title="Dengizich">Dengizich</a>, die er von mehreren Frauen hatte, gelang es nicht, eigene Herrschaften zu etablieren. In der <a href="Schlacht_am_Nedao" title="Schlacht am Nedao">Schlacht am Nedao</a> (454/55) verloren die Hunnen im Kampf mit aufständischen Verbänden ihre Oberherrschaft. Das Hunnenreich zerbrach, da es zu lose aufgebaut und zu sehr auf den Herrscher ausgerichtet war. Hinzu kam, dass Attila zuletzt einige militärische Rückschläge erlitten hatte.<sup id="cite_ref-77" class="reference"><a href="#cite_note-77"><span class="cite-bracket">[</span>77<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mehrere seiner engsten Gefolgsleute wie <a href="Ardarich" title="Ardarich">Ardarich</a> und <a href="Edekon" title="Edekon">Edekon</a> sicherten sich nun Teile des Reichs. Die Folgen des Zusammenbruchs des Attila-Reichs wirkten sich vielleicht bis nach Zentralasien aus, als Hunnengruppen nun weiter das <a href="Sassanidenreich" title="Sassanidenreich">Sassanidenreich</a> bedrohten.<sup id="cite_ref-78" class="reference"><a href="#cite_note-78"><span class="cite-bracket">[</span>78<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit dem Auseinanderbrechen des hunnischen Herrschaftsraums destabilisierte sich erneut die Lage jenseits der römischen Grenzen. Die bisher von den Hunnen kontrollierten Gruppen unternahmen wieder Übergriffe auf römisches Gebiet. Während Ostrom an der Donau wieder zur Ordnungsmacht wurde,<sup id="cite_ref-79" class="reference"><a href="#cite_note-79"><span class="cite-bracket">[</span>79<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> verschlechterte sich die schwierige politische und militärische Situation Westroms bald weiter.<sup id="cite_ref-80" class="reference"><a href="#cite_note-80"><span class="cite-bracket">[</span>80<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aëtius, der nach Attilas Tod versuchte, seinen Sohn als Schwiegersohn und Nachfolger Valentinians III. durchzusetzen, wurde 454 von diesem ermordet, der wiederum selbst ein halbes Jahr später von ehemaligen Gefolgsleuten des Heermeisters getötet wurde. Damit stürzte Westrom endgültig ins Chaos. Das <a href="Westr%C3%B6misches_Reich" title="Weströmisches Reich">weströmische Kaisertum</a> in Italien erlosch 476.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spätantike_und_frühmittelalterliche_Quellen_und_Wertungen"><span id="Sp.C3.A4tantike_und_fr.C3.BChmittelalterliche_Quellen_und_Wertungen"></span>Spätantike und frühmittelalterliche Quellen und Wertungen</h2></div>
<p>Die <a href="Quelle_(Geschichtswissenschaft)" title="Quelle (Geschichtswissenschaft)">Quellenlage</a> hinsichtlich Attilas ist ungünstig, die Berichte sind sehr lückenhaft und die Chronologie ist teils umstritten. Wichtig sind neben archäologischen Funden vor allem die erzählenden Quellen, die die verschiedenen Handlungen in einen weiteren Kontext einordnen. Attila wird in den <a href="Sp%C3%A4tantike" title="Spätantike">spätantiken</a> Quellen meist sehr düster beschrieben. Das ist sicher auf die extreme Brutalität seiner Kriegszüge zurückzuführen, aber auch darauf, dass die Darstellungen meist aus der Perspektive von Parteigängern seines Gegenspielers Aëtius verfasst sind.
</p><p>Eine relativ unvoreingenommene Darstellung, die das Verhalten der Hunnen nicht beschönigt, liefert der bereits erwähnte, sehr gut informierte zeitgenössische Geschichtsschreiber <a href="Priskos" title="Priskos">Priskos</a>.<sup id="cite_ref-81" class="reference"><a href="#cite_note-81"><span class="cite-bracket">[</span>81<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Sein nur fragmentarisch überliefertes griechischsprachiges Werk war stilistisch stark an Herodot und <a href="Thukydides" title="Thukydides">Thukydides</a> angelehnt und stand somit in der Tradition der klassizistischen antiken Historiographie. Es behandelte etwa die Zeit von 430 bis 474 in acht Büchern. Priskos weilte 448/9 mit einer oströmischen Gesandtschaft an Attilas Hof und ist somit ein wichtiger Augenzeuge. Ein längerer Auszug mit seiner Schilderung der dortigen Vorgänge und Zustände ist erhalten geblieben. Er ist damit die bedeutendste Quelle für die Verhältnisse am Hunnenhof; die anderen Quellen beschreiben hauptsächlich die militärischen Ereignisse.
</p><p>Wichtig sind zudem die Ausführungen bei <a href="Jordanes" title="Jordanes">Jordanes</a> in dessen um 551 verfasstem lateinischem Werk <i><a href="Getica" title="Getica">Getica</a></i>. Jordanes bezog seine Informationen aus einer heute verlorenen Vorlage, nach seiner Aussage der Gotengeschichte <a href="Cassiodor" title="Cassiodor">Cassiodors</a>. Oft nennt er seine Quellen nicht, aber zum Teil beruft er sich auf Priskos. Die Angaben des Jordanes sind nicht immer vertrauenswürdig; zu berücksichtigen ist, dass er möglicherweise Priskos nicht selbst gelesen hat, sondern die Informationen über Cassiodor vermittelt bekam.<sup id="cite_ref-82" class="reference"><a href="#cite_note-82"><span class="cite-bracket">[</span>82<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einige Forscher gehen allerdings davon aus, dass sowohl Cassiodor als auch Jordanes aus der Darstellung des Priskos schöpften.<sup id="cite_ref-83" class="reference"><a href="#cite_note-83"><span class="cite-bracket">[</span>83<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Unter diesen Umständen ist teils unklar, wie zutreffend Aussagen im Detail sind. Das Attilabild bei Jordanes ist ambivalent, hatte aber, da sein Werk komplett erhalten blieb, erheblichen Einfluss auf die Nachwelt. Er liefert eine kurze Charakterskizze des Herrschers einschließlich einer Beschreibung von dessen angeblichem Aussehen.<sup id="cite_ref-84" class="reference"><a href="#cite_note-84"><span class="cite-bracket">[</span>84<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Attila erscheint als selbstbewusster Herrscher, der sich vor den Römern nicht fürchtet und fest von sich überzeugt ist, was jedoch zu Übermut und letztlich zu seiner Niederlage führt. Diese Einschätzung geht direkt oder indirekt sehr wahrscheinlich auf Priskos zurück.<sup id="cite_ref-85" class="reference"><a href="#cite_note-85"><span class="cite-bracket">[</span>85<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ansonsten sind nur relativ spärliche und verstreute Quellenaussagen zu Attila überliefert, so in einigen spätantiken <a href="Chronik" title="Chronik">Chroniken</a> und bei <a href="Prokopios_von_Caesarea" title="Prokopios von Caesarea">Prokopios von Caesarea</a>, der direkt oder über eine Zwischenquelle Priskos benutzt hat,<sup id="cite_ref-86" class="reference"><a href="#cite_note-86"><span class="cite-bracket">[</span>86<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und <a href="Johannes_von_Antiochia_(Historiker)" title="Johannes von Antiochia (Historiker)">Johannes von Antiochia</a> (nur fragmentarisch erhalten, auch er zog Priskos heran), in den <i>Historien</i> des <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">frühmittelalterlichen</a> Bischofs und Geschichtsschreibers <a href="Gregor_von_Tours" title="Gregor von Tours">Gregor von Tours</a> und bei dem byzantinischen Geschichtsschreiber <a href="Theophanes" title="Theophanes">Theophanes</a> (frühes 9. Jahrhundert).<sup id="cite_ref-87" class="reference"><a href="#cite_note-87"><span class="cite-bracket">[</span>87<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Rezeption">Rezeption</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mittelalter">Mittelalter</h3></div>
<p>Attila lebte als legendäre Figur in zahlreichen mittelalterlichen und neuzeitlichen Werken weiter.<sup id="cite_ref-88" class="reference"><a href="#cite_note-88"><span class="cite-bracket">[</span>88<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu ihnen zählen insbesondere die <a href="Servatius_von_Tongern" title="Servatius von Tongern">Servatiuslegende</a>, das <a href="Nibelungenlied" title="Nibelungenlied">Nibelungenlied</a>, die <a href="V%C3%B6lsunga_saga" title="Völsunga saga">Völsunga saga</a> und die <a href="Thidrekssaga" title="Thidrekssaga">Thidrekssaga</a>. In der legendenhaften Überlieferung tritt Attila nicht zuletzt im Umfeld der Burgundersagen in Erscheinung, zusammen mit anderen Sagengestalten wie <a href="Dietrich_von_Bern" title="Dietrich von Bern">Dietrich von Bern</a>. In diesem Zusammenhang wurden oft historische und mythische Erzählungen miteinander verschmolzen.
</p><p>In dem um 1200 entstandenen Nibelungenlied erscheint Attila unter seinem <a href="Zweite_Lautverschiebung" title="Zweite Lautverschiebung">hochdeutsch lautverschobenen</a> Namen <i>Etzel</i>, der große König der Hunnen.<sup id="cite_ref-89" class="reference"><a href="#cite_note-89"><span class="cite-bracket">[</span>89<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <i>Etzel</i> ist in der mittelalterlichen deutschen Literatur die gängige Namensform Attilas; sie muss bereits durch andere Erzählungen recht bekannt gewesen sein.<sup id="cite_ref-90" class="reference"><a href="#cite_note-90"><span class="cite-bracket">[</span>90<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Etzel heiratet die Burgunderprinzessin <a href="Kriemhild_(Sage)" title="Kriemhild (Sage)">Kriemhild</a>, die sich für den Tod ihres Geliebten <a href="Siegfried_der_Drachent%C3%B6ter" title="Siegfried der Drachentöter">Siegfried</a> an ihren Brüdern rächen will. Der Plan Kriemhilds entsteht am Hof Etzels. Dieser wird jedoch durchaus positiv beschrieben, und es wird ihm keine direkte Schuld am Untergang der Burgunder gegeben; er ist vielmehr „betroffener Zuschauer mit benommenen Sinnen“.<sup id="cite_ref-91" class="reference"><a href="#cite_note-91"><span class="cite-bracket">[</span>91<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Vollkommen anders ist die Darstellung in den altnordischen Werken der <a href="Edda" title="Edda">Eddadichtung</a>.<sup id="cite_ref-92" class="reference"><a href="#cite_note-92"><span class="cite-bracket">[</span>92<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dort erscheint er in Gestalt des <i>Atli</i> eher als Intrigant, als treibende Kraft im Komplott gegen die Burgunder, etwa im <a href="Atlilied" title="Atlilied">Atlilied</a>. Er fungiert in den meisten Eddaliedern als Gegenspieler der Helden Gunnar und Hogni. Ambivalent wie auch deutlich unterscheidbar von seinen Erscheinungsmerkmalen im Nibelungenlied ist das Attilabild in der Thidrekssaga, wo der „Hune“ ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Attila (Atli) ist der Herrscher über <i><a href="Hunaland" title="Hunaland">Hunaland</a></i> (im heutigen Nordwestdeutschland) und der zweite Sohn eines Friesenkönigs. Er wird in eine Falle gelockt und verhungert, Thidrek tritt seine Nachfolge an. In der mittelalterlichen deutschen <a href="Dietrichepik" title="Dietrichepik">Dietrichepik</a> („<a href="Dietrichs_Flucht" title="Dietrichs Flucht">Dietrichs Flucht</a>“, <a href="Hildebrandslied" title="Hildebrandslied">Hildebrandslied</a>, „<a href="Rabenschlacht_(Dietrichepik)" title="Rabenschlacht (Dietrichepik)">Rabenschlacht</a>“)<sup id="cite_ref-93" class="reference"><a href="#cite_note-93"><span class="cite-bracket">[</span>93<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> erscheint Attila als Etzel wiederum in einem heroisch-höfischen Kontext. Dort wird geschildert, wie Dietrich, als heroisiert angenommener <a href="Theoderich_der_Gro%C3%9Fe" title="Theoderich der Große">Theoderich der Große</a>, sich an den Hof Etzels begibt und dieser ihn gegen seinen Feind (<a href="Odoaker" title="Odoaker">Odoaker</a> bzw. <a href="Ermanarich" title="Ermanarich">Ermanarich</a>) unterstützt. Im <a href="Waltharius" title="Waltharius">Waltharius</a> tritt Attila am Rande als ruhmsüchtiger Herrscher in Erscheinung. In den verschiedenen Heldenepen wird Attila differenziert hervorgehoben, sei es im positiven oder im negativen Sinne. In diesem Sinne liegen sehr unterschiedliche Attilabilder aus mittelalterlichen Überlieferungen vor.<sup id="cite_ref-94" class="reference"><a href="#cite_note-94"><span class="cite-bracket">[</span>94<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<p>In der kirchlichen Überlieferung wird Attila als Feind der Menschheit beschrieben. Er galt als die „Geißel Gottes“ <i>(flagellum Dei)</i>, welche die Römer für deren lasterhaftes Leben bestraft habe. In den entsprechenden Heiligenviten, etwa der <i>Vita sanctae Genovefae</i>, wird denn auch hervorgehoben, es seien heilige Männer und Frauen gewesen, die Attila dazu gebracht hätten, ihre Stadt zu verschonen.<sup id="cite_ref-95" class="reference"><a href="#cite_note-95"><span class="cite-bracket">[</span>95<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Attila tritt nicht nur im germanischen Sagenkreis auf, sondern auch in altfranzösischen, altspanischen, ungarischen und anderen volkssprachlichen Werken. Für den spätmittelalterlichen italienischen Dichter <a href="Dante_Alighieri" title="Dante Alighieri">Dante</a> war Attila ein Zerstörer; Dante ließ ihn in der <i><a href="G%C3%B6ttliche_Kom%C3%B6die" title="Göttliche Komödie">Göttlichen Komödie</a></i> im siebten Kreis der Hölle brennen.<sup id="cite_ref-96" class="reference"><a href="#cite_note-96"><span class="cite-bracket">[</span>96<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zudem entstanden zahlreiche lokale Attilalegenden, wie etwa in <a href="Troyes" title="Troyes">Troyes</a>, in dessen Umgebung die Entscheidungsschlacht 451 stattfand. Die Legende der heiligen <a href="Ursula_von_K%C3%B6ln" title="Ursula von Köln">Ursula</a> hielt seinen Namen ebenfalls weiter populär.<sup id="cite_ref-97" class="reference"><a href="#cite_note-97"><span class="cite-bracket">[</span>97<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Venedig sah in Attilas Italienzug den unmittelbaren Anlass seiner Gründung infolge einer dadurch ausgelösten Fluchtbewegung. Die Gründungslegende einer zuvor unbewohnten <a href="Lagune_von_Venedig" title="Lagune von Venedig">venezianischen Lagune</a> taucht erstmals im Werk <i><a href="De_Administrando_Imperio" class="mw-redirect" title="De Administrando Imperio">De administrando imperio</a></i> des byzantinischen Kaisers <a href="Konstantin_VII." title="Konstantin VII.">Konstantin VII.</a> auf.<sup id="cite_ref-98" class="reference"><a href="#cite_note-98"><span class="cite-bracket">[</span>98<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Martino_da_Canale" title="Martino da Canale">Martino da Canale</a> nennt erstmals das Jahr 421 als Gründungsdatum Venedigs.
</p><p>Im Gegensatz zum west- und südeuropäischen Attilabild identifizierte die Geschichtsschreibung der Ungarn seit den <i>Gesta Hungarorum</i> des Simon von Kéza (1285), der eine Abstammung der Ungarn von den Hunnen behauptete, das ungarische Königtum stark mit Attila. Dieser galt geradezu als ein Pendant zu <a href="Alexander_der_Gro%C3%9Fe" title="Alexander der Große">Alexander dem Großen</a>. Dies hing damit zusammen, dass die Ungarn auch nach dem Übertritt zum Christentum in Mittel- und Westeuropa weiterhin für heidnisch gehalten und diskreditiert wurden, eine Tendenz, die sich erst mit den Angriffen der <a href="Osmanisches_Reich" title="Osmanisches Reich">Osmanen</a> ins Gegenteil verwandelte. Ungarn, im 16. Jahrhundert geradezu als Vorkämpfer des christlichen Abendlandes betrachtet, hatte Attila jedoch längst als Ahnherrn seiner Könige akzeptiert.<sup id="cite_ref-99" class="reference"><a href="#cite_note-99"><span class="cite-bracket">[</span>99<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zudem wurden die „Skythen“ – ein äußerst diffus gebrauchter Begriff für alle Völker aus Osteuropa – allesamt als Vorfahren beansprucht. Bis heute ist der Vorname „Attila“ in Ungarn weit verbreitet, und auch der Name „<a href="Ildik%C3%B3" title="Ildikó">Ildikó</a>“ stand 1967 nach Maria bei der Häufigkeit an zweiter Stelle.<sup id="cite_ref-100" class="reference"><a href="#cite_note-100"><span class="cite-bracket">[</span>100<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmäler wurden im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit nicht selten mit Attila und seinen Hunnen in Verbindung gebracht. So ist im 14. Jahrhundert der Name „Etzelsburg“ für das <a href="Kastell_Schirenhof" title="Kastell Schirenhof">Römerkastell Schirenhof</a> bei <a href="Schw%C3%A4bisch_Gm%C3%BCnd" title="Schwäbisch Gmünd">Schwäbisch Gmünd</a> belegt. Die venezianische Insel <a href="Monte_dell%E2%80%99Oro" title="Monte dell’Oro">Monte dell’Oro</a> (Goldberg) sollte Goldschätze bergen, die angeblich von Attila stammten.<sup id="cite_ref-101" class="reference"><a href="#cite_note-101"><span class="cite-bracket">[</span>101<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
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<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Moderne">Moderne</h3></div>
<p>Das ambivalente Attilabild der mittelalterlichen Überlieferung hat sich auch auf die neuzeitliche Rezeption ausgewirkt, in der unterschiedliche Facetten betont werden. <a href="Napoleon_Bonaparte" title="Napoleon Bonaparte">Napoleon Bonaparte</a> drohte Venedig 1797: „Je serai un Attila pour Venise“ („Ich werde für Venedig ein Attila sein“), woraufhin sich die <a href="Republik_Venedig" title="Republik Venedig">Republik Venedig</a> selbst auflöste.<sup id="cite_ref-102" class="reference"><a href="#cite_note-102"><span class="cite-bracket">[</span>102<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der heroisierenden Rhetorik des 19. Jahrhunderts spielte Etzel-Attila nicht mehr die Rolle des Städtezerstörers, die sich für Drohungen eignete. Als es in China zum <a href="Boxeraufstand" title="Boxeraufstand">Boxeraufstand</a> gegen die Kolonialherrschaft kam, forderte Kaiser <a href="Wilhelm_II._(Deutsches_Reich)" title="Wilhelm II. (Deutsches Reich)">Wilhelm II.</a>: „Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in Überlieferung und Märchen gewaltig erscheinen läßt, so möge der Name „Deutscher“ in China auf 1000 Jahre durch euch in einer Weise bestätigt werden, dass es niemals wieder ein Chinese wagt, einen Deutschen scheel anzusehen!“<sup id="cite_ref-103" class="reference"><a href="#cite_note-103"><span class="cite-bracket">[</span>103<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Diese „<a href="Hunnenrede" title="Hunnenrede">Hunnenrede</a>“ mit ihrer Aufforderung „Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht!“ nutzte die britische Propaganda, um die Deutschen als „Hunnen“ zu diffamieren, was wiederum das Attilabild stark beeinflusste.<sup id="cite_ref-104" class="reference"><a href="#cite_note-104"><span class="cite-bracket">[</span>104<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Treffen Attilas mit Papst Leo wurde von <a href="Raffael" title="Raffael">Raffael</a> in einem Wandfresko dargestellt, das 1511 konzipiert, aber wohl erst 1513 vollendet wurde. Es beeinflusste noch <a href="Friedrich_Wilhelm_Joseph_Schelling" title="Friedrich Wilhelm Joseph Schelling">Friedrich Wilhelm Joseph Schelling</a>.<sup id="cite_ref-105" class="reference"><a href="#cite_note-105"><span class="cite-bracket">[</span>105<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Theaterstücken, Opern und Romanen wird Attila meistens negativ gezeichnet, oft verbunden mit einer generell ungünstigen Darstellung der Hunnen. Hinzu kommen bewusst nationale Färbungen, insbesondere in Deutschland und Italien, wo sich erst im 19. Jahrhundert der Nationalstaat bildete. Noch immer betont nationalistisch ist die Darstellung in manchen ungarischen und türkischen Werken, wo Attila vollkommen ahistorisch vereinnahmt wird.<sup id="cite_ref-106" class="reference"><a href="#cite_note-106"><span class="cite-bracket">[</span>106<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der neueren <a href="Belletristik" title="Belletristik">Belletristik</a> wurden teils psychologisierende Charakterbilder entworfen, doch ist die filmische Darstellung des Hunnen weiterhin eher einseitig.<sup id="cite_ref-107" class="reference"><a href="#cite_note-107"><span class="cite-bracket">[</span>107<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Mit <a href="Pierre_Corneille" title="Pierre Corneille">Pierre Corneilles</a> <i>Attile Roy des Huns</i>, einer fünfaktigen Tragödie, entstand 1667 ein erstes Drama über Attila, in dem er gleichsam durch das Böse selbst in Form eines Tobsuchtsanfalls stirbt. Im 17. Jahrhundert wurden die ersten Attila-Opern komponiert, als erste mit einem <a href="Libretto" title="Libretto">Libretto</a> von <a href="Matteo_Noris" title="Matteo Noris">Matteo Noris</a> das <i>dramma per musica</i>, das <a href="Pietro_Andrea_Ziani" title="Pietro Andrea Ziani">Pietro Andrea Ziani</a> für Venedig, Carlo Porsile 1675 für Neapel komponierte.<sup id="cite_ref-108" class="reference"><a href="#cite_note-108"><span class="cite-bracket">[</span>108<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Pietro_Metastasio" title="Pietro Metastasio">Pietro Metastasio</a> verfasste das Libretto des Musikdramas <i>Ezio</i>, das 1728 in Rom aufgeführt wurde, 1752 durch <a href="Georg_Friedrich_H%C3%A4ndel" title="Georg Friedrich Händel">Händel</a> in London. <a href="Ludwig_van_Beethoven" title="Ludwig van Beethoven">Beethoven</a> plante 1809 gleichfalls eine Attila-Oper.<sup id="cite_ref-109" class="reference"><a href="#cite_note-109"><span class="cite-bracket">[</span>109<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch im <a href="Ballett" title="Ballett">Ballett</a> wurde der Hunne zum Sujet, erstmals bei <a href="Gasparo_Angiolini" title="Gasparo Angiolini">Gasparo Angiolini</a> 1781 in Mailand.<sup id="cite_ref-110" class="reference"><a href="#cite_note-110"><span class="cite-bracket">[</span>110<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden mehrere Dramen, in denen Attila eine mehr oder weniger bedeutende Rolle spielte. Zu nennen ist etwa das Drama <i>Held des Nordens</i> (1810) von <a href="Friedrich_de_La_Motte_Fouqu%C3%A9" title="Friedrich de La Motte Fouqué">Friedrich de La Motte Fouqué</a>. Es folgten mehrere Inszenierungen vor allem im Rahmen der Nibelungensage, so das Trauerspiel <a href="Friedrich_Hebbel" title="Friedrich Hebbel">Friedrich Hebbels</a>. Die romantische <a href="Trag%C3%B6die" title="Tragödie">Tragödie</a> <i>Attila, König der Hunnen</i> von <a href="Zacharias_Werner" title="Zacharias Werner">Zacharias Werner</a> aus dem Jahr 1808 behandelt die letzten Lebensjahre Attilas und projiziert einen religiösen Mystizismus in die Hauptfiguren;<sup id="cite_ref-111" class="reference"><a href="#cite_note-111"><span class="cite-bracket">[</span>111<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> das Stück war nicht sonderlich erfolgreich, diente aber später als Grundlage für <a href="Giuseppe_Verdi" title="Giuseppe Verdi">Giuseppe Verdis</a> 1846 uraufgeführte Oper <i><a href="Attila_(Oper)" title="Attila (Oper)">Attila</a></i> (Libretto von <a href="Temistocle_Solera" title="Temistocle Solera">Temistocle Solera</a>).<sup id="cite_ref-112" class="reference"><a href="#cite_note-112"><span class="cite-bracket">[</span>112<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hier wurden der Hunnenkönig und seine Zeitgenossen jeweils zur Projektionsfläche politischer und gesellschaftlicher Vorstellungen und Ideale. Verdi machte Aëtius zum Vorkämpfer des italienischen <a href="Risorgimento" title="Risorgimento">Risorgimento</a>, der dem „österreichischen Hunnen“ zurufen konnte: „Avrai tu l'universo, resti l'Italia a me!“ („Magst Du die Welt besitzen, mir aber bleibe Italien!“).<sup id="cite_ref-113" class="reference"><a href="#cite_note-113"><span class="cite-bracket">[</span>113<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Andere deuteten Attila und die „Invasion der Barbaren“, wie man in Südeuropa bis heute die Völkerwanderung nennt, entweder als Bedrohung für das christliche Abendland oder als Hoffnung auf die Zerschlagung des absolutistischen Regiments. Nach den gescheiterten Revolutionen der Jahre 1848 und 1849 wurde die gesamte Spätantike wieder zu einer Epoche des Niedergangs und der Abwehr der „Barbaren“ und „Wilden“, gar des „Antichristen“.
</p><p>Dennoch ging von Attila weiterhin eine große Faszination aus. In der ungarischen Literatur wurde seine Gestalt im Zuge der nationalen Bewusstwerdung im 19. Jahrhundert erneut als – durchaus positive – Herrschergestalt dargestellt: Ein zentrales Werk ist das <a href="Epos" title="Epos">Epos</a> <i>Buda halála</i> (<i>Der Tod des Bleda</i>, 1863) des Dichters <a href="J%C3%A1nos_Arany" title="János Arany">János Arany</a>, der die beiden Königsbrüder in typologischen Gegensatz setzt. Ähnlich starke Wirkung entfaltet für die ungarische Sicht auf Attila bis heute <a href="G%C3%A9za_G%C3%A1rdonyi" title="Géza Gárdonyi">Géza Gárdonyis</a> <i><a href="Ich_war_den_Hunnen_untertan" title="Ich war den Hunnen untertan">Ich war den Hunnen untertan</a></i> (<i>A láthatatlan ember</i>, 1901), ein Roman aus der Sicht eines Sklaven und Schülers von Priskos, der sich in eine für ihn unerreichbare hunnische Adelige am Hof Attilas verliebt und sich deshalb den Hunnen anschließt. Im deutschen Sprachraum zeigt sich diese fortwährende Faszination in <a href="Felix_Dahn" title="Felix Dahn">Felix Dahns</a> historischem Werk <i>Attila</i> von 1888 ebenso, wie deutlich später in <a href="Tilman_R%C3%B6hrig" title="Tilman Röhrig">Tilman Röhrigs</a> <i>Die Burgunderin</i> (2007), einem Roman über eine junge Burgunderin, die – ähnlich wie die Hauptfigur in Gárdonyis Buch – als Sklavin im Reich Attilas lebt. Quellenmäßig auf besonders unsicheres Terrain begibt sich Thomas R. P. Mielke mit <i>Attila, König der Hunnen</i> von 1999, einem Roman über Attila bis zur Geburt seiner Kinder. Wie gewohnt ist Rom bei ihm dekadent; Attila wird dadurch, dass er beide Welten kennt, für Rom besonders gefährlich.
</p><p>Erst recht bieten Spielfilme Attila als Projektionsfläche dar. Das früheste Werk stammt von <a href="Fritz_Lang" title="Fritz Lang">Fritz Lang</a> aus dem Jahr 1924 und behandelt Attila im Rahmen des Nibelungenstoffs. Mehr im Zentrum stand der Hunnenkönig in den beiden 1954 entstandenen Filmen <i><a href="Attila%2C_die_Gei%C3%9Fel_Gottes" title="Attila, die Geißel Gottes">Attila, die Geißel Gottes</a></i> mit <a href="Anthony_Quinn" title="Anthony Quinn">Anthony Quinn</a> und <i><a href="Attila%2C_der_Hunnenk%C3%B6nig" title="Attila, der Hunnenkönig">Attila, der Hunnenkönig</a></i> mit <a href="Jack_Palance" title="Jack Palance">Jack Palance</a> als Attila, in deren Handlung kulturelle Klischeevorstellungen des <a href="Kalter_Krieg" title="Kalter Krieg">Kalten Krieges</a> eingeflochten sind. In beiden geht es um den Feldzug nach Italien, wobei im erstgenannten <a href="Sophia_Loren" title="Sophia Loren">Sophia Loren</a> als Honoria versucht Attila aufzuhalten, was jedoch nur dem Papst gelingt. Im zweiten – im Amerikanischen <i>Sign of the Pagan</i> – zeigt der Regisseur <a href="Douglas_Sirk" title="Douglas Sirk">Douglas Sirk</a> den Hunnenkönig als einen von Melancholie und Selbstzweifeln gequälten Mann. In <i><a href="Attila_%E2%80%93_Der_Hunne" title="Attila – Der Hunne">Attila – Der Hunne</a></i>, den <a href="Dick_Lowry" title="Dick Lowry">Dick Lowry</a> 2001 mit <a href="Gerard_Butler" title="Gerard Butler">Gerard Butler</a> als Attila drehte, geht es um Prophezeiungen, persönlichen Ehrgeiz, Dekadenz des Kaiserhauses und die persönliche Enttäuschung durch die römische Politik, die den Hunnen dazu veranlasst, Krieg zu führen, wobei am Ende der imaginierte Osten, das Wilde („The Huns are savages“), die Völker eint. Zeitweise lässt der Film die Zuschauer sogar die Perspektive der Hunnen einnehmen.<sup id="cite_ref-114" class="reference"><a href="#cite_note-114"><span class="cite-bracket">[</span>114<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Mit Attilas und Aëtius’ Tod beginnt demnach das „<a href="Dunkle_Jahrhunderte_(Mittelalter)" title="Dunkle Jahrhunderte (Mittelalter)">dunkle Zeitalter</a>“.
</p><p>Weitere Werke wie das Computerspiel <i><a href="Total_War%3A_Attila" title="Total War: Attila">Total War: Attila</a></i> beziehen sich auf Attila als zentrale, prägende Persönlichkeit der Völkerwanderungszeit.
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<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Forschung">Forschung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Forschungsgeschichte">Forschungsgeschichte</h3></div>
<p>In der modernen Forschung sind teils deutliche Unterschiede in der Bewertung auszumachen. Die Quellenlage erlaubt ohnehin keine im eigentlichen Sinne biographische Annäherung an den Hunnenherrscher.
</p><p>In dem bis heute wichtigen Hunnenbuch von <a href="Edward_A._Thompson" title="Edward A. Thompson">Edward A. Thompson</a> aus dem Jahr 1948<sup id="cite_ref-115" class="reference"><a href="#cite_note-115"><span class="cite-bracket">[</span>115<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wird Attilas angebliche Feldherrnkunst relativiert und seine Politik gegenüber Rom kritisch beurteilt; diese sei schon zu seinen Lebzeiten gescheitert. <a href="Franz_Altheim" title="Franz Altheim">Franz Altheim</a>, der auch eine mehrbändige Hunnengeschichte herausgegeben hat,<sup id="cite_ref-116" class="reference"><a href="#cite_note-116"><span class="cite-bracket">[</span>116<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> hat 1951 eine allgemeine Darstellung über Attila vorgelegt,<sup id="cite_ref-117" class="reference"><a href="#cite_note-117"><span class="cite-bracket">[</span>117<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die allerdings als inhaltlich problematisch und methodisch teils unzureichend kritisiert wird.<sup id="cite_ref-118" class="reference"><a href="#cite_note-118"><span class="cite-bracket">[</span>118<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ebenfalls 1951 ist <a href="Helene_Homeyer" title="Helene Homeyer">Helene Homeyers</a> Werk über Attila erschienen.<sup id="cite_ref-119" class="reference"><a href="#cite_note-119"><span class="cite-bracket">[</span>119<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es handelt sich um eine Sammlung von übersetzten und knapp kommentierten Quellenauszügen; das Werk ist in der Forschung trotz einzelner Fehler<sup id="cite_ref-120" class="reference"><a href="#cite_note-120"><span class="cite-bracket">[</span>120<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> durchaus positiv aufgenommen worden.<sup id="cite_ref-121" class="reference"><a href="#cite_note-121"><span class="cite-bracket">[</span>121<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine ähnlich angelegte Sammlung ins Englische übersetzter und fortlaufend kommentierter Quellentexte bietet das von der angloamerikanischen Forschung bis in die jüngere Zeit rezipierte Buch von Colin Gordon aus dem Jahr 1960.<sup id="cite_ref-122" class="reference"><a href="#cite_note-122"><span class="cite-bracket">[</span>122<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Buch <a href="Otto_M%C3%A4nchen-Helfen" title="Otto Mänchen-Helfen">Otto Mänchen-Helfens</a> über die Hunnen ist, obwohl unvollendet und daher teils lückenhaft, ein wichtiges Standardwerk, in dem die Quellen kritisch ausgewertet sind.<sup id="cite_ref-123" class="reference"><a href="#cite_note-123"><span class="cite-bracket">[</span>123<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Studie von István Bóna ist aufgrund der starken Berücksichtigung archäologischer Funde von Bedeutung.<sup id="cite_ref-124" class="reference"><a href="#cite_note-124"><span class="cite-bracket">[</span>124<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eher ereignisgeschichtlich angelegt ist die Darstellung <a href="Gerhard_Wirth" title="Gerhard Wirth">Gerhard Wirths</a>, der die problematische Situation Attilas nach den gescheiterten Feldzügen 451/52 betont.<sup id="cite_ref-125" class="reference"><a href="#cite_note-125"><span class="cite-bracket">[</span>125<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ein mehrfach rezipierter Ansatz stammt von <a href="Herwig_Wolfram" title="Herwig Wolfram">Herwig Wolfram</a>, der das Attilareich als hunnische Alternative zum Römerreich betrachtet. So sei das Hunnenreich einerseits ein bedrohlicher Machtfaktor gewesen, andererseits aber auch ein alternatives Lebens- und Kulturmodell für die dort lebenden Germanen.<sup id="cite_ref-126" class="reference"><a href="#cite_note-126"><span class="cite-bracket">[</span>126<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Timo_Stickler" title="Timo Stickler">Timo Stickler</a> betont die Misserfolge von Attilas Konzeption, seiner Anlehnung vor allem an das Weströmische Reich als politischen Partner und der Institutionalisierung seiner Herrschaft nach römischem Vorbild. Diesbezüglich habe sich der Hunnenkönig verkalkuliert. Zudem habe es nach den militärischen Rückschlägen 451/52 an den finanziellen „Schmiermitteln“ gefehlt.<sup id="cite_ref-127" class="reference"><a href="#cite_note-127"><span class="cite-bracket">[</span>127<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Christopher Kelly wiederum betrachtet Attila als kompetenten Herrscher, dem das gelungen sei, woran andere Hunnenherrscher vor ihm (wie Rua) gescheitert seien: die Errichtung eines über mehrere Jahre recht stabilen politischen Herrschaftskomplexes. Dies sei trotz des letztlichen Scheiterns eine respektable Leistung, die abseits der übersteigerten positiven und negativen Überlieferungstraditionen zu würdigen sei, was auch Attilas Zeitgenosse Priskos erkannt habe.<sup id="cite_ref-128" class="reference"><a href="#cite_note-128"><span class="cite-bracket">[</span>128<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Thematisch breit angelegt ist der Katalog zur 2007 veranstalteten Ausstellung <i>Attila und die Hunnen</i> in Speyer.<sup id="cite_ref-129" class="reference"><a href="#cite_note-129"><span class="cite-bracket">[</span>129<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dort wird nicht nur die Person Attila ausgewogen behandelt, sondern auch die allgemeine Geschichte der Hunnen, ihre Lebensform und die Rezeptionsgeschichte. Eine aktuelle Einführung zur Geschichte der Hunnen mit besonderer Berücksichtigung der archäologischen Zeugnisse bietet Michael Schmauders Darstellung aus dem Jahr 2009.<sup id="cite_ref-130" class="reference"><a href="#cite_note-130"><span class="cite-bracket">[</span>130<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einen Überblick zur Forschung rund um das „Zeitalter Attilas“ – weniger zur Person des Hunnenherrschers selbst – geben die Beiträge in einem von Michael Maas 2015 herausgegebenen Sammelband.<sup id="cite_ref-131" class="reference"><a href="#cite_note-131"><span class="cite-bracket">[</span>131<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine solide Darstellung hat <a href="Klaus_Rosen" title="Klaus Rosen">Klaus Rosen</a> im März 2016 vorgelegt, wobei sowohl die Geschichte der Hunnen geschildert als auch ein im weitesten Sinne biographischer Ansatz versucht wird.<sup id="cite_ref-132" class="reference"><a href="#cite_note-132"><span class="cite-bracket">[</span>132<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Mischa_Meier" title="Mischa Meier">Mischa Meiers</a> im März 2025 erschienene Gesamtdarstellung zu den Hunnen stellt eine Bündelung der aktuellen Forschung dar, in der auch Attila ausführlich behandelt wird.<sup id="cite_ref-133" class="reference"><a href="#cite_note-133"><span class="cite-bracket">[</span>133<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Anlehnung an das negativ konnotierte Geschichtsbild Attilas, werden in der modernen Forschung auch andere Herrscher als die Attilas ihrer Zeit bezeichnet, so bezogen auf China der <a href="Xiongnu" title="Xiongnu">Xiongnuherrscher</a> <a href="Liu_Cong_(Xiongnu)" title="Liu Cong (Xiongnu)">Liu Cong</a><sup id="cite_ref-134" class="reference"><a href="#cite_note-134"><span class="cite-bracket">[</span>134<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (frühes 4. Jahrhundert) und auf Indien der <a href="Alchon" title="Alchon">Alchonherrscher</a> <a href="Mihirakula" title="Mihirakula">Mihirakula</a><sup id="cite_ref-135" class="reference"><a href="#cite_note-135"><span class="cite-bracket">[</span>135<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (frühes 6. Jahrhundert).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Namensherkunft">Namensherkunft</h3></div>
<p>Die <a href="Etymologie" title="Etymologie">Etymologie</a> des Namens Attila hat zu zahlreichen Herleitungsversuchen aus verschiedensten Ausgangssprachen geführt. Es scheint sich nicht um den Geburtsnamen, sondern möglicherweise um die Uminterpretation seines hunnischen Namens zu handeln. Fest steht nur, dass die griechischen und lateinischen Autoren den Namen des Hunnenherrschers als <i>Attila</i> wiedergeben, ohne dass der genaue Ursprung klar ist.<sup id="cite_ref-136" class="reference"><a href="#cite_note-136"><span class="cite-bracket">[</span>136<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die größte Akzeptanz fand die These <a href="Wilhelm_Grimm" title="Wilhelm Grimm">Wilhelm Grimms</a>, dass der Begriff „Attila“ der in der <a href="Westgoten" class="mw-redirect" title="Westgoten">westgotischen</a> <a href="Bibel%C3%BCbersetzung" title="Bibelübersetzung">Bibelübersetzung</a> des <a href="Wulfila" title="Wulfila">Wulfila</a> gut belegten <a href="Gotische_Sprache" title="Gotische Sprache">gotischen Sprache</a> entstammt und das <a href="Diminutiv" title="Diminutiv">Diminutiv</a> von <i>atta</i> (= Vater) darstellt.<sup id="cite_ref-137" class="reference"><a href="#cite_note-137"><span class="cite-bracket">[</span>137<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der Name wäre demnach mit „Väterchen“ zu übersetzen. Da Goten und Hunnen nach 375 vielfach Verbindungen miteinander eingingen und Fälle von Goten mit hunnischen Namen und Hunnen mit gotischen Namen bekannt sind,<sup id="cite_ref-138" class="reference"><a href="#cite_note-138"><span class="cite-bracket">[</span>138<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> gilt dieser Erklärungsansatz als plausibel.<sup id="cite_ref-139" class="reference"><a href="#cite_note-139"><span class="cite-bracket">[</span>139<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die im <a href="Mittelhochdeutsche_Sprache" title="Mittelhochdeutsche Sprache">mittelhochdeutschen</a> <a href="Nibelungenlied" title="Nibelungenlied">Nibelungenlied</a> verwendete Namensform <i>Etzel</i> lässt sich lautgesetzlich aus der Vorform <i>Attila</i> herleiten. Es ist auch möglich, dass der ursprünglich hunnische Name Attilas von den Goten sprachlich nur entsprechend interpretiert wurde und ursprünglich etwa im Sinne von „Reiter“ gelautet hat.<sup id="cite_ref-140" class="reference"><a href="#cite_note-140"><span class="cite-bracket">[</span>140<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine vornehmlich von türkischen <a href="Turkologie" title="Turkologie">Turkologen</a> vertretene <a href="Hypothese" title="Hypothese">Hypothese</a> leitet den Namen hingegen aus dem <a href="Altt%C3%BCrkische_Sprache" title="Alttürkische Sprache">Alttürkischen</a> her (alttürkisch <i>ata</i> = Vater; vgl. <a href="Mustafa_Kemal_Atat%C3%BCrk" title="Mustafa Kemal Atatürk">Atatürk</a>). Diese Interpretation ist außerhalb der Türkei jedoch stark umstritten, zumal es sehr unsicher ist, ob die Hunnen überhaupt ein Turkvolk waren; jedenfalls waren die Hunnen Attilas kein ethnisch homogener Verband.<sup id="cite_ref-141" class="reference"><a href="#cite_note-141"><span class="cite-bracket">[</span>141<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aber selbst im Fall einer Herleitung von einer altaischen Sprache, zumal von der hunnischen Sprache faktisch kaum etwas überliefert ist und daher ein altaischer Namensursprung sehr unsicher ist, sind andere Namensableitungen möglich.<sup id="cite_ref-142" class="reference"><a href="#cite_note-142"><span class="cite-bracket">[</span>142<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><a href="Attila_(Name)" title="Attila (Name)">Attila</a> ist in Ungarn und in der Türkei heute noch ein populärer Name. Er wird in Ungarn <i>Attila</i> geschrieben, in der Türkei <i>Atilla</i> oder <i>Atila</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellenausgaben_und_Quellensammlungen">Quellenausgaben und Quellensammlungen</h2></div>
<ul><li>Pia Carolla (Hrsg.): <i>Priscus Panita. Excerpta et fragmenta.</i> de Gruyter, Berlin 2008. [alternative Priskosedition zu der Roger Blockleys, die die Fragmente teilweise anders anordnet und zählt als dieser sowie mögliche zusätzliche Fragmente berücksichtigt]</li>
<li>John Given: <i>The Fragmentary History of Priscus. Attila, the Huns and the Roman Empire, AD 430–476.</i> Evolution Publishing, Merchantville NJ 2014. [aktuelle englische Übersetzung aller Fragmente des Priskos auf Basis der Ausgabe von Pia Carolla]</li>
<li>Colin D. Gordon: <i>The Age of Attila: Fifth-Century Byzantium and the Barbarians.</i> University of Michigan Press, Ann Arbor 1960 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015066066138;view=1up;seq=7">Onlineversion</a>). [Auszüge der wichtigsten Geschichtsschreiber des 5. Jahrhunderts, die die Ereignisse im Westen beschrieben in englischer Übersetzung]</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<p><b>Überblicksdarstellungen</b>
</p>
<ul><li><i>Attila und die Hunnen.</i> Begleitbuch zur Ausstellung. Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-2114-5 (reich bebilderter Ausstellungskatalog mit wissenschaftlichen, gut lesbaren Beiträgen zur Archäologie, Geschichte und Rezeption).</li>
<li><a href="Henning_B%C3%B6rm" title="Henning Börm">Henning Börm</a>: <i>Westrom. Von Honorius bis Justinian</i> (= <i>Kohlhammer-Urban-Taschenbücher.</i> Bd. 735). Kohlhammer, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-17-023276-1 (Darstellung der Epoche, die Attila als einen von mehreren <i><a href="Warlord#Spätantike" title="Warlord">Warlords</a></i> wie Aëtius oder <a href="Geiserich" title="Geiserich">Geiserich</a> begreift, die um Macht und Einfluss im Römischen Reich rangen).</li>
<li>Hyun Jin Kim: <i>The Huns.</i> Routledge, New York 2016 (in einzelnen Schlussfolgerungen zur Herkunft und Rolle der Hunnen sehr umstrittenes Werk).</li>
<li>Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge University Press, Cambridge 2015, ISBN 978-1-107-63388-9 (aktuelle Sammlung von Fachbeiträgen zu zahlreichen Aspekten dieser Zeit).</li>
<li><a href="Otto_M%C3%A4nchen-Helfen" title="Otto Mänchen-Helfen">Otto Maenchen-Helfen</a>: <i>Die Welt der Hunnen. Herkunft, Geschichte, Religion, Gesellschaft, Kriegführung, Kunst, Sprache.</i> Deutschsprachige Ausgabe besorgt von <a href="Robert_G%C3%B6bl" title="Robert Göbl">Robert Göbl</a>. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-43-8 (deutsch zuerst: Wien 1978; Standardwerk zu den Hunnen, aber stellenweise lückenhaft und teils überholt).</li>
<li><a href="Mischa_Meier" title="Mischa Meier">Mischa Meier</a>: <i>Die Hunnen. Geschichte der geheimnisvollen Reiterkrieger.</i> Beck, München 2025 (aktuelles Überblickswerk).</li>
<li>Mischa Meier: <i>Geschichte der Völkerwanderung. Europa, Asien und Afrika vom 3. bis zum 8. Jahrhundert.</i> Beck, München 2019 (grundlegende, umfassende und aktuelle Darstellung der „Völkerwanderung“ in globaler Perspektive).</li>
<li>Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-342-4 (reich bebilderte Einführung).</li>
<li><a href="Timo_Stickler" title="Timo Stickler">Timo Stickler</a>: <i>Die Hunnen</i> (= <i>Beck’sche Reihe</i> 2433 <i>C. H. Beck Wissen</i>). Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-53633-5 (knappe, informative Einführung).</li>
<li><a href="Edward_A._Thompson" title="Edward A. Thompson">Edward A. Thompson</a>: <i>The Huns.</i> Revised and with an afterword by <a href="Peter_J._Heather" title="Peter J. Heather">Peter Heather</a>. Blackwell, Oxford 1999, ISBN 0-631-21443-7 (Neudruck der Auflage von 1948 mit neuem Nachwort).</li></ul>
<p><b>Biographische Darstellungen</b>
</p>
<ul><li><a href="Bruno_Bleckmann" title="Bruno Bleckmann">Bruno Bleckmann</a>: <i>Attila, Aetius und das „Ende Roms“. Der Kollaps des Weströmischen Reiches.</i> In: <a href="Mischa_Meier" title="Mischa Meier">Mischa Meier</a> (Hrsg.): <i>Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen.</i> Beck, München 2007, ISBN 3-406-55500-4, S. 93–110.</li>
<li><a href="J%C3%B6rg_F%C3%BCndling" title="Jörg Fündling">Jörg Fündling</a>: <i>Horden gegen das Abendland? Attila (ca. 400–453).</i> In: <a href="Stig_F%C3%B6rster" title="Stig Förster">Stig Förster</a>, <a href="Markus_P%C3%B6hlmann" title="Markus Pöhlmann">Markus Pöhlmann</a>, Dierk Walter (Hrsg.): <i>Kriegsherren der Weltgeschichte. 22 historische Portraits.</i> Beck, München 2006, ISBN 3-406-54983-7, S. 93–109.</li>
<li>Christopher Kelly: <i>Attila the Hun. Barbarian Terror and the Fall of the Roman Empire.</i> Bodley Head, London 2008, ISBN 978-0-224-07676-0.</li>
<li><a href="Klaus_Rosen" title="Klaus Rosen">Klaus Rosen</a>: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69030-3. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://sehepunkte.de/2016/09/28663.html">Fachbesprechung</a> bei <a href="Sehepunkte" title="Sehepunkte">sehepunkte</a>)</li>
<li><a href="Gerhard_Wirth" title="Gerhard Wirth">Gerhard Wirth</a>: <i>Attila. Das Hunnenreich und Europa</i> (= <i>Kohlhammer-Urban-Taschenbücher.</i> Bd. 467). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1999, ISBN 3-17-014232-1.</li></ul>
<p><b>Rezeption</b>
</p>
<ul><li>Matthias Däumer: <i>Attila.</i> In: <a href="Peter_von_M%C3%B6llendorff" title="Peter von Möllendorff">Peter von Möllendorff</a>, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): <i>Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik</i> (= <i><a href="Der_Neue_Pauly" title="Der Neue Pauly">Der Neue Pauly</a>. Supplemente.</i> Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 127–138.</li>
<li>Matthias Hardt: <i>Attila – Atli – Etzel. Über den Wandel der Erinnerung an einen Hunnenkönig im europäischen Mittelalter.</i> In: <i>Behemoth. A Journal on Civilisation</i> 2, 2009, S. 19–28.</li>
<li><a href="Paolo_Delogu" title="Paolo Delogu">Paolo Delogu</a>: <i>Metamorfosi di Attila</i>. In: Rosa Fiorillo, Chiara Lambert (Hrsg.): <i>Medioevo letto, scavato, rivalutato. Studi in onore di Paolo Peduto</i>, all’Insegna del Giglio, Florenz 2012, S. 47–72 (leicht überarbeitete Fassung bei <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.academia.edu/2582015/Metamorfosi_di_Attila_in_Medioevo_letto_scavato_rivalutato_Studi_in_onore_di_Paolo_Peduto_a_cura_di_R_Fiorillo_e_C_Lambert_AllInsegna_del_Giglio_Firenze_2012_pp_47_72">academia.edu</a>)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Attila_the_Hun?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Attila</a></span></b> – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Einführend siehe (mit Hinweisen zur neueren Forschung) <a href="Mischa_Meier" title="Mischa Meier">Mischa Meier</a>: <i>Die Hunnen. Geschichte der geheimnisvollen Reiterkrieger.</i> München 2025; <i>Attila und die Hunnen. Begleitbuch zur Ausstellung.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007; Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Darmstadt 2009; Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007.<br> Die früher oft angenommene Verbindung der Hunnen mit den in chinesischen Quellen erwähnten <a href="Xiongnu" title="Xiongnu">Xiongnu</a> ist heute sehr umstritten und wird vielfach bezweifelt, siehe dazu zusammenfassend Mischa Meier: <i>Die Hunnen.</i> München 2025, S. 29 ff.; Mischa Meier: <i>Geschichte der Völkerwanderung.</i> München 2019, S. 156 ff.; <a href="Walter_Pohl" title="Walter Pohl">Walter Pohl</a>: <i>Hunnen.</i> In: <i><a href="Reallexikon_der_Germanischen_Altertumskunde" title="Reallexikon der Germanischen Altertumskunde">Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</a>.</i> 2. Auflage. Band 15, Berlin/New York 2000, S. 246–261, hier S. 248; Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 31; Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Darmstadt 2009, S. 50–53; Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 21–24; vgl. auch Nicola di Cosmo: <i>Ancient China and its Enemies.</i> Cambridge 2002, S. 163ff. Sie wird heute nur noch vereinzelt vertreten, in abgeschwächter Form etwa bei Étienne de La Vaissière: <i>The Steppe World and the Rise of the Huns.</i> In: Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015, S. 175–192 und Hyun Jin Kim: <i>The Huns.</i> New York 2016, S. 6 ff. (keine biologische Verbindung, aber ein politisches und kulturelles Erbe). Der Name <i>Hunne</i> selbst ist der neueren Forschung zufolge aber wohl eher als eine prestigeträchtige Bezeichnung für eine heterogen zusammengesetzte Gruppe zu verstehen, da in verschiedenen Quellen ganz unterschiedliche Gruppen der Steppenzone darunter zusammengefasst wurden, vgl. Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 24 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Mischa Meier: <i>Geschichte der Völkerwanderung.</i> München 2019; Walter Pohl: <i>Die Völkerwanderung.</i> 2. Auflage. Stuttgart 2005.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zur hunnischen Herrschaftsbildung zusammenfassend Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 51ff.; Christopher Kelly: <i>Neither Conquest Nor Settlement: Attila’s Empire and Its Impact.</i> In: Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015, S. 193 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 57 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Olympiodoros, Fragment 18 (nach der Ausgabe <i>Fragmenta Historicorum Graecorum</i>, Paris 1851). Vgl. auch Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 90 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Walter Pohl: <i>Die Awaren.</i> 2. Auflage. München 2002, S. 21 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu vor allem Thomas Barfield: <i>Perilous Frontier: Nomadic Empires and China.</i> Cambridge (MA)/Oxford 1989.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 12 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe zu seiner Person Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich</i> (= <i><a href="Vestigia" title="Vestigia">Vestigia</a>.</i> Bd. 54). München 2002.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Alexander_Demandt" title="Alexander Demandt">Alexander Demandt</a>: <i>Die Spätantike.</i> 2. Auflage. Beck, München 2007, S. 187 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 97ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Herwig_Wolfram" title="Herwig Wolfram">Herwig Wolfram</a>: <i>Die Goten.</i> 4. Aufl. München 2001, S. 259.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 1.1 (Edition Pia Carolla). Zum Vertrag vgl. auch Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 87–89 (der den Vertrag allerdings in das Jahr 439 datiert); Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 106ff.; Raimund Schulz: <i>Die Entwicklung des römischen Völkerrechts im vierten und fünften Jahrhundert n. Chr.</i> Stuttgart 1993, S. 110ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Christopher Kelly: <i>Neither Conquest Nor Settlement: Attila’s Empire and Its Impact.</i> In: Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015, hier S. 205f.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Zur problematischen Datierung vgl. Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 80ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 2 (Edition Pia Carolla). Priskos geht dort nicht weiter darauf ein, um welche Gräber es sich konkret gehandelt hat.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexander Demandt: <i>Die Spätantike.</i> 2. Auflage. München 2007, S. 202.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. mit Belegen zum Krieg von 441/42 Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 115f.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Zur Problematik der Datierung Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 77.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 8 (Edition Pia Carolla). Übersetzung nach <a href="Ernst_Doblhofer" title="Ernst Doblhofer">Ernst Doblhofer</a>: <i>Byzantinische Diplomaten und östliche Barbaren. Aus den Excerpta de legationibus des Konstantinos Porphyrogennetos ausgewählte Abschnitte des Priskos und Menander Protektor.</i> Graz 1955, S. 40f.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 8 (Edition Pia Carolla). Vgl. dazu auch Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 148ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 123 und S. 127 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text">Zusammenfassend etwa <a href="Peter_J._Heather" title="Peter J. Heather">Peter J. Heather</a>: <i>Empires and Barbarians. The Fall of Rome and the Birth of Europe.</i> Oxford u. a. 2009, S. 228–230. Vgl. auch Jaroslav Tejral: <i>Das Attilareich und die germanischen </i>gentes<i> im Mitteldonauraum.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 106–115, hier S. 110–113.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. auch Rene Pfeilschifter: <i>Die Spätantike. Der eine Gott und die vielen Herrscher.</i> München 2014, S. 161f.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Kai_Vogelsang" title="Kai Vogelsang">Kai Vogelsang</a>: <i>Geschichte Chinas.</i> 3. durchgesehene und aktualisierte Auflage, Stuttgart 2013, S. 144 und 151.</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Darmstadt 2009, S. 127f.</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. etwa Priskos, Fragment 1.1 (Edition Pia Carolla).</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Jaroslav Tejral: <i>Das Attilareich und die germanischen </i>gentes<i> im Mitteldonauraum.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 106–115.</span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zu ihnen Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 186f.</span>
</li>
<li id="cite_note-30"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-30">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 106ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 7 (Edition Pia Carolla).</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">Überblick bei Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 64–66; Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 106ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 114; Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 88 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-34"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-34">↑</a></span> <span class="reference-text">Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 116 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-35"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-35">↑</a></span> <span class="reference-text">Hrvoje Gracanin: <i>The western Roman embassy to the court of Attila in AD 449.</i> In: <i>Byzantinoslavica.</i> Band 61, 2003, S. 53–74 geht davon aus, dass die Gesandtschaft mit der Honoria-Affäre von 451 in Verbindung steht.</span>
</li>
<li id="cite_note-36"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-36">↑</a></span> <span class="reference-text"><i><a href="Chronica_Gallica" title="Chronica Gallica">Chronica Gallica</a></i> zum Jahr 448.</span>
</li>
<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Darmstadt 2009, S. 122; Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 125f.</span>
</li>
<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 117ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Einen zusammenfassenden Überblick bietet etwa Walter Pohl: <i>Byzanz und die Hunnen.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 184–193.</span>
</li>
<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text">Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 123.</span>
</li>
<li id="cite_note-41"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-41">↑</a></span> <span class="reference-text">Noel Lenski: <i>Captivity among the Barbarians and its Impact on the Fate of the Roman Empire.</i> In: Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015, S. 230–246, hier S. 232ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-42"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-42">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 8 (Edition Pia Carolla).</span>
</li>
<li id="cite_note-43"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-43">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 5 (Edition Pia Carolla). Vgl. Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 107f.; Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 92f.; Walter Pohl: <i>Byzanz und die Hunnen.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, hier S. 186–188; Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 73.</span>
</li>
<li id="cite_note-44"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-44">↑</a></span> <span class="reference-text">Walter Pohl: <i>Byzanz und die Hunnen.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, hier S. 188.</span>
</li>
<li id="cite_note-45"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-45">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Noel Lenski: <i>Captivity among the Barbarians and its Impact on the Fate of the Roman Empire.</i> In: Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015, S. 230–246, hier S. 237f.</span>
</li>
<li id="cite_note-46"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-46">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 8 (Edition Pia Carolla). Zur Gesandtschaft vgl. auch die Nacherzählung und Interpretation bei Mischa Meier: <i>Die Hunnen.</i> München 2025, S. 163ff.; Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 148ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-47"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-47">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 127.</span>
</li>
<li id="cite_note-48"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-48">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Dariusz Brodka: <i>Priskos von Panion, Chrysaphios und die Macht der Eunuchen.</i> In: <i>Eos</i> 106, 2019, S. 77ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-49"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-49">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 123ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-50"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-50">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Jordanes" title="Jordanes">Jordanes</a>, <i>Getica</i> 224. Maenchen-Helfen hielt die ganze Geschichte für völlig unglaubwürdig und bestenfalls für Hofklatsch: Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 98.</span>
</li>
<li id="cite_note-51"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-51">↑</a></span> <span class="reference-text">Für einen historischen Kern plädiert etwa Henning Börm: <i>Westrom.</i> Stuttgart 2013, S. 81ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-52"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-52">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 62 (Edition Pia Carolla).</span>
</li>
<li id="cite_note-53"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-53">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zur Honoriaaffäre ausführlich nun <a href="Mischa_Meier" title="Mischa Meier">Mischa Meier</a>: <i>A Contest of Interpretation: Roman Policy toward the Huns as Reflected in the "Honoria Affair" (448/50)</i>. In: <i><a href="Journal_of_Late_Antiquity" title="Journal of Late Antiquity">Journal of Late Antiquity</a></i> 10 (2017), S. 42–61.</span>
</li>
<li id="cite_note-54"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-54">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. allgemein Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 177ff.; Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 196ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-55"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-55">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 16 (Edition Pia Carolla).</span>
</li>
<li id="cite_note-56"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-56">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu Mischa Meier: <i>Die Hunnen.</i> München 2025, S. 217 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-57"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-57">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Gregor_von_Tours" title="Gregor von Tours">Gregor von Tours</a>, <i>Historiae</i> 2,6. Das Datum wird auch in der neueren historischen Forschung akzeptiert.</span>
</li>
<li id="cite_note-58"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-58">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 136.</span>
</li>
<li id="cite_note-59"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-59">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 187ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-60"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-60">↑</a></span> <span class="reference-text">Alexander Demandt: <i>Die Spätantike.</i> 2. Auflage. München 2007, S. 188; Raimund Schulz: <i>Feldherren, Krieger und Strategen. Krieg in der Antike von Achill bis Attila.</i> Stuttgart 2012, S. 408.</span>
</li>
<li id="cite_note-61"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-61">↑</a></span> <span class="reference-text">Vielleicht am 20. Juni, vgl. Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 140, Anmerkung 749.</span>
</li>
<li id="cite_note-62"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-62">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Bruno Bleckmann: <i>Attila, Aetius und das „Ende Roms“. Der Kollaps des Weströmischen Reiches.</i> In: Mischa Meier (Hrsg.): <i>Sie schufen Europa.</i> München 2007, hier S. 105.</span>
</li>
<li id="cite_note-63"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-63">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Neither Conquest Nor Settlement: Attila’s Empire and Its Impact.</i> In: Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015, hier S. 207.</span>
</li>
<li id="cite_note-64"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-64">↑</a></span> <span class="reference-text">Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 97ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-65"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-65">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Darmstadt 2009, S. 150; Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 149.</span>
</li>
<li id="cite_note-66"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-66">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 206f.</span>
</li>
<li id="cite_note-67"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-67">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Peter Heather: <i>The Fall of the Roman Empire.</i> London u. a. 2005, S. 333ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-68"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-68">↑</a></span> <span class="reference-text">Hydatius, <i>Chronicon</i> zum Jahr 453.</span>
</li>
<li id="cite_note-69"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-69">↑</a></span> <span class="reference-text">Priskos, Fragment 19 (Edition Pia Carolla).</span>
</li>
<li id="cite_note-70"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-70">↑</a></span> <span class="reference-text">Hydatius, <i>Chronicon</i> zum Jahr 452.</span>
</li>
<li id="cite_note-71"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-71">↑</a></span> <span class="reference-text">Zu seinem Ende und dem Untergang des Hunnenreichs vgl. etwa Mischa Meier: <i>Die Hunnen.</i> München 2025, S. 235 ff.; Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 226ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-72"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-72">↑</a></span> <span class="reference-text">Jordanes, <i>Getica</i> 254. Übersetzung leicht modifiziert nach: <i>Jordanes. Die Gotengeschichte.</i> Übersetzt, eingeleitet und erläutert von Lenelotte Möller. Wiesbaden 2012.</span>
</li>
<li id="cite_note-73"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-73">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Marcellinus_Comes" title="Marcellinus Comes">Marcellinus Comes</a>, <i>Chronik</i> sub anno 454.</span>
</li>
<li id="cite_note-74"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-74">↑</a></span> <span class="reference-text">Malalas 14,10.</span>
</li>
<li id="cite_note-75"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-75">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. <a href="Matthias_Hardt" title="Matthias Hardt">Matthias Hardt</a>: <i>Attila – Atli – Etzel. Über den Wandel der Erinnerung an einen Hunnenkönig im europäischen Mittelalter.</i> In: <i>Behemoth. A Journal on Civilisation</i> 2, 2009, S. 19–28, hier S. 22f.</span>
</li>
<li id="cite_note-76"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-76">↑</a></span> <span class="reference-text">Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 107ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-77"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-77">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Edward A. Thompson: <i>The Huns.</i> Oxford 1999, S. 226ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-78"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-78">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Mischa Meier: <i>Das Ende des weströmischen Kaisertums – ein Ereignis der chinesischen Geschichte? Auswirkungen von Mobilität in eurasischer Perspektive.</i> In: <i>Historische Zeitschrift</i> 311, 2020, S. 275 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-79"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-79">↑</a></span> <span class="reference-text">Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 233f.</span>
</li>
<li id="cite_note-80"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-80">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 209ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-81"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-81">↑</a></span> <span class="reference-text">Barry Baldwin: <i>Priscus of Panium.</i> In: <i>Byzantion</i> 50, 1980, S. 18–61; <a href="Warren_Treadgold" title="Warren Treadgold">Warren Treadgold</a>: <i>The early Byzantine Historians.</i> Basingstoke u. a. 2007, S. 96ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-82"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-82">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Wolf Liebeschuetz: <i>Making a Gothic History: Does the Getica of Jordanes Preserve Genuinely Gothic Traditions?</i> In: Wolf Liebeschuetz: <i>East and West in Late Antiquity.</i> Leiden/Boston 2015, S. 101–134, hier S. 122f.</span>
</li>
<li id="cite_note-83"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-83">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Dariusz Brodka: <i>Attila, Tyche und die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Eine Untersuchung zum Geschichtsdenken des Priskos von Panion.</i> In: <i><a href="Hermes_(Zeitschrift)" title="Hermes (Zeitschrift)">Hermes</a></i> 136, 2008, S. 227–245, hier S. 237ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-84"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-84">↑</a></span> <span class="reference-text">Jordanes, <i>Getica</i> 182: <i>[...] von kleiner Gestalt, breiter Brust, ziemlich großem Kopf, winzigen Augen, schwachem Bartwuchs und grauem Haar, platter Nase, dunkler Hautfarbe – diese Zeichen seiner Abstammung trug er.</i> Übersetzung nach: <i>Jordanes. Die Gotengeschichte.</i> Übersetzt, eingeleitet und erläutert von Lenelotte Möller. Wiesbaden 2012.</span>
</li>
<li id="cite_note-85"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-85">↑</a></span> <span class="reference-text">Zum Geschichtsdenken bei Priskos hinsichtlich Attilas siehe Dariusz Brodka: <i>Attila, Tyche und die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern. Eine Untersuchung zum Geschichtsdenken des Priskos von Panion.</i> In: <i>Hermes</i> 136, 2008, S. 227–245.</span>
</li>
<li id="cite_note-86"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-86">↑</a></span> <span class="reference-text">Dariusz Brodka: <i>Attila und Aetius. Zur Priskos-Tradition bei Prokopios von Kaisareia.</i> In: J. Styka (Hrsg.): <i>From Antiquity to Modern Times. Classical Poetry and its Modern Reception.</i> Krakau 2007, S. 149–158.</span>
</li>
<li id="cite_note-87"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-87">↑</a></span> <span class="reference-text">Eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Quellen bietet der Artikel John Robert Martindale: <i>Attila.</i> In: <i><a href="The_Prosopography_of_the_Later_Roman_Empire" title="The Prosopography of the Later Roman Empire">The Prosopography of the Later Roman Empire</a></i> (PLRE). Band 2, Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20159-4, S. 182–183.</span>
</li>
<li id="cite_note-88"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-88">↑</a></span> <span class="reference-text">Zum Folgenden siehe Matthias Däumer: <i>Attila.</i> In: <a href="Peter_von_M%C3%B6llendorff" title="Peter von Möllendorff">Peter von Möllendorff</a>, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): <i>Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik</i> (= <i><a href="Der_Neue_Pauly" title="Der Neue Pauly">Der Neue Pauly</a>. Supplemente.</i> Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 127–138. Vgl. auch Matthias Hardt: <i>Attila – Atli – Etzel. Über den Wandel der Erinnerung an einen Hunnenkönig im europäischen Mittelalter.</i> In: <i>Behemoth. A Journal on Civilisation</i> 2, 2009, S. 19–28; Mischa Meier: <i>Die Hunnen.</i> München 2025, S. 313 ff.; <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 336ff.; Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016, S. 248ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-89"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-89">↑</a></span> <span class="reference-text">Ursula Schulze: <i>Der weinende König und sein Verschwinden im Dunkel des Vergessens. König Etzel im Nibelungenlied und in der Klage.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 336–347.</span>
</li>
<li id="cite_note-90"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-90">↑</a></span> <span class="reference-text">Ursula Schulze: <i>Der weinende König und sein Verschwinden im Dunkel des Vergessens. König Etzel im Nibelungenlied und in der Klage.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 336–347, hier S. 337.</span>
</li>
<li id="cite_note-91"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-91">↑</a></span> <span class="reference-text">Ursula Schulze: <i>Der weinende König und sein Verschwinden im Dunkel des Vergessens. König Etzel im Nibelungenlied und in der Klage.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 336–347, hier S. 338.</span>
</li>
<li id="cite_note-92"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-92">↑</a></span> <span class="reference-text">Knapper Überblick bei Hermann Reichert: <i>Attila in altnordischer Dichtung.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 348–357.</span>
</li>
<li id="cite_note-93"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-93">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Joachim Heinzle: <i>Einführung in die mittelhochdeutsche Dietrichepik.</i> Berlin 1999.</span>
</li>
<li id="cite_note-94"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-94">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Matthias Hardt: <i>Attila – Atli – Etzel. Über den Wandel der Erinnerung an einen Hunnenkönig im europäischen Mittelalter.</i> In: <i>Behemoth. A Journal on Civilisation</i> 2, 2009, hier S. 23–28.</span>
</li>
<li id="cite_note-95"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-95">↑</a></span> <span class="reference-text">Matthias Hardt: <i>Attila – Atli – Etzel. Über den Wandel der Erinnerung an einen Hunnenkönig im europäischen Mittelalter.</i> In: <i>Behemoth. A Journal on Civilisation</i> 2, 2009, hier S. 21f.</span>
</li>
<li id="cite_note-96"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-96">↑</a></span> <span class="reference-text">Dante, <i>Divina Commedia</i> 12, 134.</span>
</li>
<li id="cite_note-97"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-97">↑</a></span> <span class="reference-text">Cornelia Herberichs: <i>Die Jungfrau und der Hunnenkönig. Attila in der Ursula-Legende.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 358–367.</span>
</li>
<li id="cite_note-98"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-98">↑</a></span> <span class="reference-text">Constantine Porphyrogenitus: <i>De Administrando Imperio.</i> Hrsg. von <a href="Gyula_Moravcsik" title="Gyula Moravcsik">Gyula Moravcsik</a>. 2., überarbeitete Auflage. Washington (DC) 1985, Kapitel 28.</span>
</li>
<li id="cite_note-99"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-99">↑</a></span> <span class="reference-text">Marcus Jörger: <i>Die Fremd- und Eigenwahrnehmung in Janós Thuróczys Chronica Hungarorum im Vergleich zum Diskurs der «Türkengefahr» im 15. Jahrhundert</i>, in: Joachim Laczny, Jürgen Sarnowsky (Hrsg.): <i>Perzeption und Rezeption. Wahrnehmung und Deutung im Mittelalter und in der Moderne</i>, V&R unipress, Göttingen 2014, S. 173–212, hier: S. 180 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-100"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-100">↑</a></span> <span class="reference-text">Elke Gerr: <i>Das große Vornamenbuch</i>, 12. Auflage, Hannover 2011, S. 263.</span>
</li>
<li id="cite_note-101"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-101">↑</a></span> <span class="reference-text">Ermolao Paoletti: <i>Il fiore di Venezia ossia i quadri, i monumenti, le vedute ed i costumi veneziani.</i> Band 1. Fontana, Venedig 1837, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10059723_00105.html">S. 105</a>. Ähnlich Fabio Mutinelli: <i>Lessico veneto.</i> Venedig 1851, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10588150_00278.html">S. 270</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-102"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-102">↑</a></span> <span class="reference-text">Amable de Fournoux: <i>Napoléon et Venise 1796-1814.</i> Éditions de Fallois, Paris 2002, S. 402.</span>
</li>
<li id="cite_note-103"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-103">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20131230231527/http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wilhelm00/">Vollständiger Text der inoffiziellen Version</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 30. Dezember 2013 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) Deutsches Historisches Museum.</span>
</li>
<li id="cite_note-104"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-104">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Herbert Pahl: <i>Attila und die Hunnen im Spiegel von Kunst und Literatur.</i> In: <i>Attila und die Hunnen.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007, S. 369–373, hier S. 372f.</span>
</li>
<li id="cite_note-105"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-105">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. zusammenfassend Arne Zerbst: <i>Schelling und die bildende Kunst.</i> München 2011, S. 197–199.</span>
</li>
<li id="cite_note-106"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-106">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Matthias Däumer: <i>Attila.</i> In: <a href="Peter_von_M%C3%B6llendorff" title="Peter von Möllendorff">Peter von Möllendorff</a>, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): <i>Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik</i> (= <i><a href="Der_Neue_Pauly" title="Der Neue Pauly">Der Neue Pauly</a>. Supplemente.</i> Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 132–136.</span>
</li>
<li id="cite_note-107"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-107">↑</a></span> <span class="reference-text">Matthias Däumer: <i>Attila.</i> In: <a href="Peter_von_M%C3%B6llendorff" title="Peter von Möllendorff">Peter von Möllendorff</a>, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): <i>Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik</i> (= <i><a href="Der_Neue_Pauly" title="Der Neue Pauly">Der Neue Pauly</a>. Supplemente.</i> Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 137.</span>
</li>
<li id="cite_note-108"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-108">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Markus_Engelhardt" title="Markus Engelhardt">Markus Engelhardt</a>: <i>Verdi und andere.</i> Parma 1992, S. 161–258, hier S. 164 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-109"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-109">↑</a></span> <span class="reference-text">Markus Engelhardt: <i>Verdi und andere.</i> Parma 1992, S. 161–258, hier S. 172.</span>
</li>
<li id="cite_note-110"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-110">↑</a></span> <span class="reference-text">Markus Engelhardt: <i>Verdi und andere.</i> Parma 1992, S. 161–258, hier S. 166 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-111"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-111">↑</a></span> <span class="reference-text">Peter Jelavich: <i>Werner, Zacharias.</i> In: <i>McGraw-Hill Encyclopedia of World Drama</i>, Bd. 5, 2. Aufl. New York 1984, S. 137 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-112"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-112">↑</a></span> <span class="reference-text">Dirk Böttger: <i>Verdi & Wagner: die Antipoden der Oper.</i> Berlin 2013, S. 106 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-113"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-113">↑</a></span> <span class="reference-text">Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 2.</span>
</li>
<li id="cite_note-114"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-114">↑</a></span> <span class="reference-text">Anja Weber: <i>Leben im Schatten der Planwagen? Zur Darstellung der Hunninnen im Film</i>, in: <a href="Christoph_Ulf" title="Christoph Ulf">Christoph Ulf</a>, <a href="Robert_Rollinger" title="Robert Rollinger">Robert Rollinger</a> (Hrsg.): <i>Frauen und Geschlechter. Bilder – Rollen – Realitäten in den Texten antiker Autoren der römischen Kaiserzeit.</i> Böhlau, Wien u. a. 2006, S. 139–166, hier S. 160.</span>
</li>
<li id="cite_note-115"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-115">↑</a></span> <span class="reference-text">Edward Thompson: <i>A History of Attila and the Huns.</i> Oxford 1948; Neuauflage: <i>The Huns.</i> Oxford 1999.</span>
</li>
<li id="cite_note-116"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-116">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Geschichte der Hunnen.</i> 5 Bände. Berlin 1959–1962. Das Werk ist jedoch keine zusammenhängende Darstellung, sondern eine Sammlung von Einzelbeiträgen mit Schwerpunkt auf Zentralasien; vgl. Walter Pohl: <i>Hunnen.</i> In: <i><a href="Reallexikon_der_Germanischen_Altertumskunde" title="Reallexikon der Germanischen Altertumskunde">Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</a>.</i> 2. Auflage. Band 15, Berlin/New York 2000, S. 246–261, hier S. 246.</span>
</li>
<li id="cite_note-117"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-117">↑</a></span> <span class="reference-text">Franz Altheim: <i>Attila und die Hunnen.</i> Baden-Baden 1951.</span>
</li>
<li id="cite_note-118"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-118">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe die Besprechung von Otto Maenchen-Helfen: <i>Attila und die Hunnen von Franz Altheim; Attila. Der Hunnenkönig von seinen Zeitgenossen dargestellt. Ein Beitrag zur Wertung geschichtlicher Größe von H. Homeyer.</i> In: <i>Gnomon</i> 24, 1952, S. 500–504.</span>
</li>
<li id="cite_note-119"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-119">↑</a></span> <span class="reference-text">Helene Homeyer: <i>Attila. Der Hunnenkönig von seinen Zeitgenossen dargestellt.</i> Berlin 1951.</span>
</li>
<li id="cite_note-120"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-120">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe die Besprechung von Edward A. Thompson in: <i>The Classical Review. New Series</i> 3, 1953, S. 217.</span>
</li>
<li id="cite_note-121"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-121">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. die Besprechungen von Otto Maenchen-Helfen: <i>Attila und die Hunnen von Franz Altheim; Attila. Der Hunnenkönig von seinen Zeitgenossen dargestellt. Ein Beitrag zur Wertung geschichtlicher Größe von H. Homeyer.</i> In: <i>Gnomon</i> 24, 1952, S. 500–504, hier S. 504 und John Michael Wallace-Hadrill in: <i>The Journal of Roman Studies</i> 43, 1953, S. 170.</span>
</li>
<li id="cite_note-122"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-122">↑</a></span> <span class="reference-text">Colin D. Gordon: <i>The Age of Attila: Fifth-Century Byzantium and the Barbarians.</i> Ann Arbor 1960 (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=mdp.39015066066138;view=1up;seq=7">Onlineversion</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-123"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-123">↑</a></span> <span class="reference-text">Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wien 1978; hier benutzt in der Neuauflage (Wiesbaden 1997). Die deutsche Ausgabe ist der amerikanischen von 1973 vorzuziehen, da in ihr auch Material aus dem Nachlass Mänchen-Helfens verarbeitet wurde.</span>
</li>
<li id="cite_note-124"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-124">↑</a></span> <span class="reference-text">István Bóna: <i>Das Hunnenreich.</i> Budapest 1991.</span>
</li>
<li id="cite_note-125"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-125">↑</a></span> <span class="reference-text">Gerhard Wirth: <i>Attila. Das Hunnenreich und Europa.</i> Stuttgart u. a. 1999.</span>
</li>
<li id="cite_note-126"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-126">↑</a></span> <span class="reference-text">Herwig Wolfram: <i>Das Reich und die Germanen. Zwischen Antike und Mittelalter.</i> Berlin 1990, S. 183.</span>
</li>
<li id="cite_note-127"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-127">↑</a></span> <span class="reference-text">Timo Stickler: <i>Die Hunnen.</i> München 2007, S. 99f.</span>
</li>
<li id="cite_note-128"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-128">↑</a></span> <span class="reference-text">Christopher Kelly: <i>Attila the Hun.</i> London 2008, S. 221ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-129"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-129">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Attila und die Hunnen. Begleitbuch zur Ausstellung.</i> Herausgegeben vom Historischen Museum der Pfalz, Speyer. Stuttgart 2007.</span>
</li>
<li id="cite_note-130"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-130">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Schmauder: <i>Die Hunnen. Ein Reitervolk in Europa.</i> Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2009.</span>
</li>
<li id="cite_note-131"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-131">↑</a></span> <span class="reference-text">Michael Maas (Hrsg.): <i>The Cambridge Companion to the Age of Attila.</i> Cambridge 2015.</span>
</li>
<li id="cite_note-132"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-132">↑</a></span> <span class="reference-text">Klaus Rosen: <i>Attila. Der Schrecken der Welt.</i> München 2016.</span>
</li>
<li id="cite_note-133"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-133">↑</a></span> <span class="reference-text">Mischa Meier: <i>Die Hunnen. Geschichte der geheimnisvollen Reiterkrieger.</i> München 2025.</span>
</li>
<li id="cite_note-134"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-134">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ren%C3%A9_Grousset" title="René Grousset">René Grousset</a>: <i>Die Steppenvölker.</i> München 1970, S. 99.</span>
</li>
<li id="cite_note-135"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-135">↑</a></span> <span class="reference-text">Robert Göbl: <i>Dokumente zur Geschichte der iranischen Hunnen in Baktrien und Indien.</i> Band 2. Wiesbaden 1967, S. 68; Upendra Thakur: <i>The Hunas in India.</i> Varanasi 1967, S. 132.</span>
</li>
<li id="cite_note-136"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-136">↑</a></span> <span class="reference-text">Einführend siehe Heinrich Beck: <i>Attila. § 8 (Der Name).</i> In: <i><a href="Reallexikon_der_Germanischen_Altertumskunde" title="Reallexikon der Germanischen Altertumskunde">Reallexikon der Germanischen Altertumskunde</a>.</i> Band 1. Berlin/New York 1973, S. 470. Vgl. nun auch Magnús Snædal: <i>Attila.</i> In: <i>Studia Etymologica Cracoviensia</i> 20, 2015, S. 211–219.</span>
</li>
<li id="cite_note-137"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-137">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Magnús Snædal: <i>Attila.</i> In: <i>Studia Etymologica Cracoviensia</i> 20, 2015, hier S. 212–215.</span>
</li>
<li id="cite_note-138"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-138">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Herwig Wolfram: <i>Die Goten.</i> 4. Aufl. München 2001, S. 258, der dies auch auf Attila und Bleda bezieht.</span>
</li>
<li id="cite_note-139"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-139">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. dazu Otto Maenchen-Helfen: <i>Die Welt der Hunnen.</i> Wiesbaden 1997, S. 261–263.</span>
</li>
<li id="cite_note-140"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-140">↑</a></span> <span class="reference-text">So jedenfalls Magnús Snædal: <i>Attila.</i> In: <i>Studia Etymologica Cracoviensia</i> 20, 2015, hier S. 216f.</span>
</li>
<li id="cite_note-141"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-141">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Timo Stickler: <i>Aëtius. Gestaltungsspielräume eines Heermeisters im ausgehenden Weströmischen Reich.</i> München 2002, S. 92 mit Anmerkung 469.</span>
</li>
<li id="cite_note-142"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-142">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Magnús Snædal: <i>Attila.</i> In: <i>Studia Etymologica Cracoviensia</i> 20, 2015, hier S. 216f.</span>
</li>
</ol>
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